Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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BeitragVerfasst: Do 12. Okt 2017, 14:53 
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Registriert: Di 28. Jun 2011, 17:30
Beiträge: 97
Hallo,

ich möchte gerne meine Kopfrechenleistungen verbessern.
Nachdem ich mich ein wenig informiert habe, hat sich herausgestellt, dass es da je verschiedene Methoden gibt, z. B. Soroban/Anzan, Trachtenberg, Vedische Mathematik ... Nun Frage ich mich, was wohl die beste Methode ist.

Verwenden werde ich die Techniken vor allem im Alltag bzw. für die Arbeit, das bedeutet, dass ich keine extrem außergewöhnlichen Rechenleistungen im Kopf fertigbringen muss. Es geht also nicht um extrem große Zahlen sondern eher um Geschwindigkeit (es sollte sich irgendwann nicht auszahlen, das Smartphone zu zücken, weil man im Kopf schneller ist).
Ich denke hier vor allem an folgende Anforderungen:
-> Rechenarten: nur die 4 Grundrechenarten. Diese sollten einfach auszuführen sein, also ohne, dass man etwas aufzuschreiben muss.
-> von den Zahlen her ist es wohl so, dass ich bei Addition/Subtraktion maximal sechsstellige Zahlen und bei Multiplikation/Division maximal vierstellige Zahlen brauchen werde.
-> die Methode soll unbedingt auch mit Dezimalstellen funktionieren
-> die Methode sollte nicht zu viele Regeln haben. Da ich sie nur im Alltag bzw. in der Arbeit verwenden möchte, will ich nicht unzählige Regeln lernen, die dann vielleicht nur in seltenen Fällen zum Einsatz kommen, wodurch ich sie wieder vergesse.

Habt ihr vielleicht einen Tipp, welche Methode sich am besten eignet?

Danke.

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BeitragVerfasst: Fr 13. Okt 2017, 8:38 
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Registriert: Fr 15. Jun 2012, 15:54
Beiträge: 43
Hallo Ywan äh Wodan :D ,

die persönlich beste Methode, findet man nur durch ausprobieren heraus.

--> Soroban/Anzan
Intensives und regelmäßiges Training mit dem Soroban ist absolut notwendig. Erst dann bekommt man ein klares mentales Abbild, mit dem gerechnet werden kann.

--> Trachtenberg/Vedische Mathematik
Es gibt sicherlich ein paar gute Tricks die man übernehmen kann. Ein System nur darauf aufzubauen, halte ich für sehr schwierig.

Gert Mittring beschrieb mal unterschiedliche Typen von Kopfrechnern.
+Gedächtnisrechner
+mechanische Rechner
+kreative Rechner

Ich halte mich für eine ausgewogene Mischung aus diesen Charakteristika.

Bsp.:
555x27=
Wenn diese Aufgabe nur für sich steht, bin ich der mechanische und benötige knapp 3 sek. (von links nach rechts mithilfe meines imaginären Soroban)
Falls die Multiplikation nur ein Teil einer größeren Berechnung ist, dann würde ich ein bisschen kreativer sein, um schnell ein Ergebnis zu erhalten.

Ich weiß aus Erfahrung schon einige Multiplikationen auswendig. Vorallen Produkte, die "schöne Zahlen" bilden.
7x11x13 = 1.001
37x3 = 111
37x27 = 999
usw.

demnach ist
555x27= 15 x 999

In einer komplizierteren Formel kann man so Vereinfachungen nutzen. Eventuell kürzen oder eine gute Abschätzung finden.
15x999 = 15 x (1.000-1) = 15.000-15

Gewöhne dir solche Denkmuster an und bleib flexibel.
Irgendwann gehört es zum normalen denken dazu und erfordert weniger Konzentration.

Rechnen kann sehr schnell automatisiert werden. Entscheidend ist das Arbeitsgedächtnis und wie du Zahlen verarbeitest. Musst du innerlich mitsprechen, hast du ein konkretes Abbild von Zahlen in deinen Gedanken? Im Prinzip ist es Multitasking, eine Aufgabe im Gedächtnis zu halten und das Ergebnis durch sich ständig ändernde Zahlen zu bilden.

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BeitragVerfasst: Fr 13. Okt 2017, 9:16 
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Registriert: Di 28. Jun 2011, 17:30
Beiträge: 97
Hallo,

danke für deine schnelle Antwort.

3 Sekunden, das ist beeindruckend. Wie lange hast du dafür mit dem Soroban bzw. dann auch mit dem mentalen Soroban trainiert?
Musst du mit dem Soroban auch heute noch trainieren, damit du dieses Tempo beibehalten kannst, bzw. wirst du langsamer, wenn du eine Zeit lang nicht trainierst?

Danke.

P. S.:
Zitat:
Hallo Ywan äh Wodan

Gut beobachtet. :D

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MUNDUS VULT DECIPI


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BeitragVerfasst: So 15. Okt 2017, 12:50 
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Stammgast
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Registriert: Di 28. Jun 2011, 17:30
Beiträge: 97
Zitat:
--> Trachtenberg/Vedische Mathematik
Es gibt sicherlich ein paar gute Tricks die man übernehmen kann. Ein System nur darauf aufzubauen, halte ich für sehr schwierig.


Warum bist du der Meinung, dass es schwierig wäre, nur darauf ein System aufzubauen?
Was würdest du denn stattdessen empfehlen, sozusagen als Basis?

Danke.

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MUNDUS VULT DECIPI


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 9:16 
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Beiträge: 43
Kann ich gar nicht so genau sagen. In den letzten 2-3 Jahren hatte immer wiedermal große Sprünge gehabt. Ein Paar Monate hat sich bei der Geschwindigkeit gar nichts mehr getan. Nach ein paar Wochen Pause hatte ich manchmal einen plötzlichen Geschwindigkeitsanstieg um 1/3 oder gar 1/2. Auch wenn man regelmäßig trainiert, scheint die Verbesserung manchmal unverhältnismäßg aufzutreten. Wenn ich mich verbessern möchte dann trainiere ich ein paar Wochen sehr intensiv (3-5 Stunden täglich) mit anschließender Pause.

Bis 6x6 brauche ich nicht mehr mit dem Soroban trainieren Ich verwende ihn nur noch um mich an größere Multiplikationen zu gewöhnen. Wenn jede Addition die man bei der Multiplikation ausführt, zur Selbstverständlichkeit wird, man keine Probleme bei den Positionen hat, kann man zum imaginären Soroban übergehen.

Wenn ich unterwegs zur Arbeit, Einkaufen, ... bin, dann trainiere ich immer ganz nebenbei, schon fast unbewusst. Multiplizieren oder Dividieren von Autokennzeichen, Primfaktorzerlegungen, Wurzeln, Logarithmen oder Winkel kann man in die ungenutzte tägliche Routine einfließen lassen. Wenn ich mit dem Hund rausgehe überlege ich mir irgendeine Zufallszahl, addiere sie 10x und subtrahiere 10x, dann sollte wieder 0 herauskommen. Sonst übe ich Abends vor dem Schlafen noch 2 bis 3 Stunden Flash Anzan und selbst erstellte buntgemischte Übungsblätter.


Das erlernen und anwenden der vedischen Tricks ist eher für kleinere Multiplikationen hilfreich (höchstens bis 3x3 und dann nur ganz wenige bestimmte). Wenn einem noch die Rechenpower fehlt, ist man damit ganz gut beraten.

Wenn du aber konstant und zuverlässig rechnen möchtest, dann entweder klassische Multipilkation von links nach rechts oder die Kreuzmultiplikation.

Kreuzmultiplikation:
Vorteile:
- einfach zu erlernen
- kann auf beliebig große Zahlen angwendet werden
Nachteile:
- schwierig wenn man das Ergebnis nicht notieren kann
- nur schnell anwendbar wenn die Zahlen untereinander stehen (strukturelle Gewöhnung)

Geschwindigkeit und Fehleranfälligkeit hängt vom training ab.

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BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 7:23 
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Stammgast
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Beiträge: 97
Danke für deine Ausführungen Ynnad. Ich habe mich jetzt entschieden und werde mir einen Soroban zulegen.
Da gibt es, wie ich gesehen habe, ja verschiedene Ausführungen mit verschiedenen Materialien etc. Kannst du mir vielleicht einen Soroban empfehlen? Was bevorzugst du - Holz oder Plastik?

Am Anfang werde ich mich zum Lernen der Techniken wohl an folgende Website halten: http://webhome.idirect.com/~totton/abac ... m#Soroban1

Hast du sonst noch Tipps, die ich als Anfänger berücksichtigen sollte?

Vielen Dank.

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MUNDUS VULT DECIPI


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BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 10:38 
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Beiträge: 43
Ich hatte mir damals einen 17-Stäbe Soroban bestellt. Ziemlich einfach gehalten aber er erfüllt seinen Zweck.
http://www.soroban-rechnen.de/index.php/soroban-einfuehrung.html

Die Seite ist wirklich gut um es zu erlernen.

Es ist wie beim Gedächtnistraining. Gerade am Anfang muss man am Ball bleiben. Fortschritte brauchen eben etwas Zeit.

Ich wollte eigentlich mal ein Videotutorial zum Soroban erstellen. Interessierte Zuseher wird es dabei aber wohl kaum geben.

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