Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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BeitragVerfasst: Do 26. Sep 2013, 21:08 
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Da ich in absehbarer Zeit eh nicht dazu kommen werde, das nochmal anzuwenden: Verwendet eigentlich jemand den "Trick", eine komplette Zeile als eines von vorher trainierten 120 Bildern zu memorieren? So viele Permutationen der fünf Bilder kann es ja geben. Ich hab das bei der Deutschen Meisterschaft 2010 so gemacht und das lief trotz wenig Übung auch recht gut, war meine einzige gute Disziplin.

Vorarbeit damals:
1) Aus mehreren PDFs die ganzen Bilder extrahiert
2) Bilder mit demselben Urmuster identifiziert und kombiniert, um möglichst viel des Urmusters in einem Bild zu haben (wird ja immer unterschiedlich was geggeschnippelt)
3) Die ca 140 Urmuster ausgedruckt, grob der Helligkeit nach sortiert, und dann eine feste Reihenfolge (mit Durchnummerierung) festgelegt
4) Diese Reihenfolge/Durchnummerierung der Urmuster auswendig gelernt
5) Tool geschrieben zum Üben vom schnellen Ablesen der Permutation einer Zeile
6) Liste mit 120 passenden Worten/Bildern gelernt

Damit konnte ich in der Einprägephase die Permutation einer Zeile ablesen und in eines der 120 Worte/Bilder verpacken, und in der Wiedergabephase die neue Permutation ablesen und aus der Kombination der beiden Permutationen die Bilder entsprechend nummerieren.

Ich habe die Buchstaben RNSTL verwendet, also wenn zB das "hellste" Bild der Zeile an zweiter Stelle war, dann fing mein Wort mit N an, und so weiter. Ergibt eine Folge von fünf Buchstaben, wobei ich den letzten weggelassen hab. Dann das entsprechende der 120 gelernten Worte eingeprägt und weiter zur nächste Zeile. Geht natürlich auch anders, hab zB mit dem Gedanken gespielt, mit dem Finger die Bilder von "hell" nach "dunkel" zu durchlaufen und "das Bewegungsmuster" in ein Bild zu übersetzen.

Bin mir recht sicher, dass ich sowas schon mal von jemand anders erwähnt gesehen habe, aber ich weiß nicht, ob's schon jemand tatsächlich macht und ich wollte mal gegebenenfalls Erfahrungen damit austauschen (einfach interessehalber... wie gesagt werd ich wohl eh nicht mehr zur Anwendung kommen).


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 9:28 
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Registriert: Mo 31. Mär 2003, 9:33
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Hi,

ich weiß nicht, wie geheim das ist, aber ich denke ich kann verraten, dass einer der Gedächtnissportler der schon über 400 im Wettbewerb geschafft hat, das genauso macht.


LG


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 10:14 
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Superbrain
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Beiträge: 361
Wohnort: Magdeburg
Ahoi,

na da kommen ja nur 4 Sportler in Frage :wink:

Ist inzwischen auch nicht mehr wirklich geheim, da ich doch schon einigen davon erzählt habe. Schon seit der Einführung der Disziplin war der Ansatz, die Reihe nach irgendwelchen Kriterien zu sortieren, in meinem Kopf. Leider hat es eine Weile gedauert um es vernünftig umsetzen zu können und erst die Extraktion der Hintergründe brachte den Durchbruch.

Dabei gehe ich fast so vor wie beschrieben mit ein paar Variationen. Z.B verwende ich mein 1000er System in dem ich die Reihe von "hell“ nach "dunkel" lese und zunächst in Ziffern übersetze. Dabei kommt dann sowas wie 41325 heraus und ich verwende mein Bild für 413. Kommt bei der Reihe 41352 raus, verwende ich einfach mein Bild für 913 (also +5 auf die erste Stelle). letztlich sind es aber auch nur 120 Bilder für die Permutationen.

Das System ist sehr fehleranfällig und benötigt viel Training. Hat aber natürlich dann tolle Vorteile!

Am Interessantesten finde ich aber, dass alle "400er" im Ranking andere Systeme verwenden :D .Mal schauen was sich am Ende durchsetzt!

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 12:50 
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Na wenn Hannes das bereits macht, dann hab ich ja erst recht keine Chance, damit mal was zu reißen :D. Damals war der Weltrekord noch Gunther's 318 und ich hab davon geträumt, mit genug Übung vielleicht mal die Weltspitze zu erreichen. Hatte mir aber fast schon gedacht, dass Hannes sowas macht, als ich gestern den steilen Anstieg der Historie sah. Konnte ich mir nicht anders erklären als durch Verwendung von "was Neuem".

Fehleranfällig finde ich es nicht besonders, damals hab ich glaub ich so 36 Zeilen gemerkt und 31 korrekt wiedergegeben, und ich hatte eher wenig geübt. Denke eigentlich, dass da Perfektion möglich sein könnte (wobei Hannes das sicherlich besser beurteilen kann). In den meisten Fällen ist die Reihenfolge leicht und eindeutig ablesbar, nur manchmal wird's schwierig (wenn dasselbe Urmuster mehrfach in einer Zeile vorkommt, oder sonstwie kaum unterscheidbare in einer Zeile stehen, zB bei den ganz dunklen wo man praktisch nur Schwarz sieht). Vielleicht zu solcherlei Ausnahmebehandlung auf ein anderes System ausweichen bzw kombinieren? Zum Beispiel, wenn der linke von zwei schwarzen Klecksen wie ein Hund aussieht, diesen zusätzlich in das Merkbild einbauen (oder auf den nächsten Locipunkt packen). Ich hab damals dann glaub ich strikt mein System verwendet, und "gleiche" Urmuster in einer Zeile dann nach der Anzahl der Löcher sortiert oder nach "gefühlter Größe" oder so (weiß nicht mehr wirklich).


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 13:15 
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Also ich hatte auch mal probiert die Bilder zu ordnen anfangs. Habe da ebenfalls schon Helligkeit probiert gehabt, aber auch von eckig nach rund. Bei mir waren diese Versuche alle ein Schuss in den Ofen. Hatte da auch keine vorwegfestgelegten Regeln für alle Grundmuster, da ich es auch erstmal antesten wollte und sich die Regeln ja auch a la Simonmotto mit der Zeit von selbst ergeben könnten. Das Problem dessen war, dass Grenzfälle entstanden sind. Diese führten häufiger dazu, dass ich Reihenfolgen bei der Wiedergabe anders wahrnahm als noch beim Memorieren. Mitunter wurde dies durch Druckqualitätsprobleme noch verstärkt. Aber es stellte auch ein Problem für mich da, dass allgemein das in Beziehungsetzen der Bilder stets recht viel Zeit kostete und da man bei der Wiedergabe nicht behelfsweise die Zahlen darunter schreiben kann, muss man da schon sehr konzentrationsstark sein, was ich nicht bin und auf diese Weise ebenfalls häufig Fehler einbaute. So kam es, dass ich mit derartigen Systemen damals nicht mal über 50 in der Wertung kam. Vielleicht hätte ich mehr Zeit und Geduld veranschlagen müssen. Das mag sein. Aber ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass es das richtige System für mich sein könnte.
Es fühlt sich für mich viel zugeschnittener an, ein banales System anzuwenden, wo die Grundmuster jeweils einem festen Bild zugeordnet sind. Wobei ich gestehen muss, dass sie das noch längst nicht mal alle sind, weil ich hier ebenfalls laissez-faire walten lasse weitgehend. Ich hab zwar auch eine Tabelle, aber da habe ich meist erst hinterher nur die Zuordnungen festgehalten, die sich irgendwann selbst ergeben haben. Gelegentlich musste ich aber auch eingreifen, wenn sich z.b. herausstellte, dass ich ein Bild für 2 Muster verwende, weil sich die Muster ähneln und dies zu Problemen führt, wenn mal 2 davon in einer Reihe auftraten.^^

Also ich bin damit glücklich, auch wenn ich davon weit entfernt bin 400 wiederzugeben. :) Luft nach oben spüre ich auch noch bei mir. Das kann ich wahrlich nicht von jeder Disziplin behaupten.


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 17:38 
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Philodoof hat geschrieben:
da man bei der Wiedergabe nicht behelfsweise die Zahlen darunter schreiben kann

Kann man nicht? Auch nicht daneben? Zumindest damals hab ich Letzteres glaub ich gemacht und es sprach auch nichts dagegen.


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 17:56 
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Superbrain
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Also ich hatte mich mal über ICQ bei, ich glaube Michael Gloschewski war das, erkundigt und der hat gesagt, dass Stifte verboten seien bei der Memorierphase der abstrakten Bilder.


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 18:51 
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Vorhin sagtest du "bei der Wiedergabe". In der Memophase hab ich auch nicht geschrieben. Bei der Wiedergabe übrigens glaube ich auch nur meine in der Memophase eingeprägten Worte, nicht meine vor der Meisterschaft gelernten Musternummern. Eventuell hab ich damals gleich am Anfang der Wiedergabe erstmal alle "Worte" (also zB "NLRS)" überall daneben geschrieben, um sie vom Gedächtnis auf's Papier zu kriegen. Und erst danach die Bilder angeschaut und die Zahlen überall dran geschrieben. Auch ein Vorteil dieser Methode (zumindest für mich, weil mein Gedächtnis nicht so lang hält, und weil das ganze restliche Denken bei der Wiedergabe mein Gedächtnis stört).


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BeitragVerfasst: Fr 27. Sep 2013, 19:51 
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Ich meinte die Einprägphase sorry. In der Wiedergabephase muss man die Zahlen ja sogar dazu schreiben. :wink: Also das Problem ist halt, dass man die 5 Zahlen beim generieren nicht zwischendurch der Reihe nach vom Kopf auf Papier übertragen kann um die bisherige Umwandlung zu sichern. Zumindest war das für mich ein Problem. 5 Elemente sind schon recht viel für meinen Arbeitsspeicher. So nach dem Motto:" 1...3...5...4...wars jetzt 13 oder 31 gewesen? "

EDIT:
Wobei, ich könnte ja die erste Ziffer mit der linken, die zweite mit der rechten Hand kurzzetig festhalten durch Finger...vielleicht sollte ich dem so irgendwann nochmal eine Chance geben. Diesen Fingertipp kannte ich damals noch nicht, den hat mir jemand für Spoken Numbers gegeben, weil ich da so oft ganz am Anfang die Lücke habe.


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BeitragVerfasst: Mo 18. Mai 2015, 16:02 
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Hallo,
wie kommt man an die Urmuster ? Habe die Erklärung nicht genau verstanden.


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BeitragVerfasst: Di 19. Mai 2015, 17:57 
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Beiträge: 437
Hier bietet der WMSC ein paar Files zum Training an. Du kannst sie dir aus den Files natürlich aber auch zusammensuchen und eine eigene Tabelle basteln. Eine andere Möglichkeit wäre sie dir auf Memocamp zusammenzusuchen, aber ich habe gehört, dass auf Memocamp zusätzliche Hintergründe verwendet werden. Persönlich kann ich die Aussage nicht beurteilen, da ich nie Wettkampf-AI mit Memocamp AI genau verglichen habe.

Eine offizielle tabellarische Sammlung der Bilder existiert meines Wissens nicht, aber einige haben sich selbst was zusammen gebastelt.


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