Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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 Betreff des Beitrags: Medienkompetenz für Kinder
BeitragVerfasst: Di 18. Sep 2007, 18:09 
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Superbrain

Registriert: So 12. Feb 2006, 16:39
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Wir werden mit dem Lernen bei unseren Kindern nicht voran kommen, wenn wir nicht den Lernhintergrund betrachten und bearbeiten: Fernsehen, Gameboy, Internet, CDs, MP3, Video, DVDs, Emails, Handy mit Kamera, Browser und Fernseher. Wer hier nicht Disziplin übt, der macht sein Kind "dick, dumm und gewalttätig", wie es ein Hirnforscher einmal - es war Manfred Spitzer - in der Zeitschrift "Psychologie heute" grob aber griffig formulierte [ http://www.psychologie-heute.de/p1archi ... 060134.htm ].

Ich persönlich habe einen, absichtlich eher alten, portablen Fernseher, den ich jede Woche in den Keller trage, yes, absichtlich um uns den Zugriff zu erschweren, und nur in Ausnahmen darf er, etwa samstags, aus dem Keller geholt werden. Ich habe absichtlich diese Faulheits- und Mühsalssperre eingerichtet, um das einfache Drücken auf den Knopf zu verhindern.

Ich persönlich brauche keine Wissenschaft, die mir bestätigt, dass das Fernsehen Lernen verhindert: im Studium habe ich regelmäßig an mir selber beobachtet, dass ich den Lernstoff sehr viel schlechter behalte, wenn ich fern gesehen habe. Wenn also jemand gegen argumentiert, und mich überzeugen will, dass das Fernsehen Lernen auch fördert, so werde ich lieber meiner eigenen Erfahrung glauben.

Es ist nicht so, dass die Filme schlecht sind, im Gegenteil, zumindest das Internet steuert auf einen Punkt zu, da es für jeden jederzeit etwas sehr gut Gemachtes gibt, das ihn anzieht und interessiert - und genau in dieser Verlockung liegt die Falle. In Spanien habe ich 5 discovery channels gesehen (Naturfilme) - aus aller Welt - ja, da könnte man dauernd etwas lernen ... Sowie 5 Kochsender, 5 news channels etc.

Wer seinem Kind etwas Gutes tun will, nehme ihm den Fernseher weg und lasse es nur an einem Tag eine begrenzte Zeit lang schauen. Internet nur in kleinen Dosen. Keine Email-Adresse. Handys sind bei uns in der Schule zurecht verboten.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 18. Sep 2007, 18:54 
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Superbrain

Registriert: Mi 01. Aug 2007, 12:21
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Für welche Altersgruppen fordern Sie/forderst Du (wie soll man sich hier ansprechen?! :?: ) das Verbot von E-Mail-Adressen? Ich höre von sehr vielen Schülern verschiedener Schulen - an meiner Schule ist es nicht anders - davon, dass einige bis viele Lehrer bereits umfangreichere Materialien per Mail schicken; manche schicken sogar ihre Arbeitsaufträge per Mail, falls sie nicht anwesend sein sollten. Wer da keine E-Mail-Adresse hat, ist auf andere angewiesen, denen dieser Mehraufwand schließlich auch irgendwann zur Last fallen wird, weil sie genervt sind, immer alles doppelt ausdrucken zu müssen etc. Wenn natürlich die Minderheit der Schüler keine E-Mail-Adresse hätte, würden die Lehrer auf andere Methoden umsteigen müssen, aber ich bezweifle, dass das jemals wieder so sein wird (vor 10 Jahren war alles besser... :D ).
Insgesamt schneidet bei Ihnen/Dir ( :roll: ) das Internet ja dennoch am Besten ab, wenn ich das recht verstehe. Aber das Internet verleitet ja auch zu "Exzessen", youtube-"Sessions", Browser-Games, sinnlosem Surfen und was es nicht alles gibt - ich bin in der glücklichen Lage, diesem ganzen Kram nie verfallen zu sein. Wenn Kinder das Internet als Informationsquelle nutzen dürfen, müssen die Eltern auch dafür Sorge tragen, dass sie sinnvolle Dinge tun. Das Internet zu verbieten, halte ich für einen Fehler, aber zu viel Freiraum ist auch negativ - wie immer gilt es, ein Mittelmaß zu finden.

Das das Freizeit-Fernsehen einigermaßen eindeutig verurteilt wird, kann ich nur begrüßen - eine Studie (fragt mich nicht nach der Quelle...) hat ergeben, dass man ca. 10 IQ-Punkte einbüßt, wenn man 3 Wochen lang Fernsehen guckt - natürlich nur das Unterhaltungsfernsehen, also nicht die Tagesthemen/-schau oder Quarks & Co. etc., sondern einfach Talk-Shows und Spielfilme, die keine intelligente Handlung bieten. Auch wenn der IQ-Begriff umstritten ist, leuchtet es eigentlich ein, dass Fernsehen dumm macht.

Die ganzen Spielkonsolen halte ich persönlich ohnehin für "Schwachsinn" :wink: Denn was bringt es, Rennspiele zu zocken, wenn man eigentlich Hausaufgaben machen müsste oder sich andernorts sinnvoll betätigen könnte?! Die Suchtgefahr ist bei einigen ziemlich groß. CDs und MP3s allerdings finde ich unproblematisch - ich höre fast immer Musik ("Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."), auch gerade jetzt, aber klassische Musik, die vielleicht geistig etwas ansprechender und anspruchsvoller ist als das ständige Gerumse von modernem Rock und Pop-Quark - ich will keinem zu nahe treten, aber ich kann mit dieser Musik einfach nichts anfangen, deswegen rede ich so vorurteilsgeladen :wink: Vielleicht würde es helfen, wenn das Musik-Verbot bzw. die Musik-Einschränkung etwas präziser gefasst würde.

Ihrer/Deiner Kernaussage (dick, dumm, gewalttätig) stimme ich insgesamt aber zu, den Artikel werde ich mir wohl mal durchlesen :wink:


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BeitragVerfasst: Mi 19. Sep 2007, 17:15 
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Superbrain

Registriert: Mi 01. Aug 2007, 12:21
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Wohnort: Göttingen
Mir ist heute etwas eingefallen: In einer stern-Ausgabe aus nicht allzu ferner Vergangenheit (Mitte Juli, glaube ich) gab es eine Reihe, in der es um Kinder ging, die ihren Eltern Probleme bereiten, weil sie mit 6 Jahren unanständige Lieder singen oder Drogen "probieren" oder "coole" Freunde haben. In dem Kontext dieses Threads aber gab es auch Eltern, die folgendes Problem hatten:
Sinngemäß hieß es dort: "Unser Sohn schaut jeden Abend eine eineinhalbstündige Zeichentrickserie names *schlag mich tot*. Meinen Mann und mich nervt allerdings dabei das ständige Gequietsche der Filmfiguren, insgesamt ist es einfach zu laut. Was sollen wir tun? Sollen wir ihm einen eigenen Fernseher in sein Zimmer stellen?"
Ich musste laut lachen, als ich das gelesen habe... Ich dachte, es sei nichts selbstverständlicher, als in dieser Situation einfach dem Kind zu sagen, es dürfe diese Serie nicht mehr gucken - oder sehe ich da was falsch?! :roll:


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BeitragVerfasst: Mi 21. Okt 2009, 23:28 
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Superbrain

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@ Peter
Mich erschreckt es, dass gerade sinnfreie Zeichentrickserien oft extrem "versteckt gewaltvoll" sind.
Ich Habe mal einige mit meinem Cousin, der so etwas liebt (er hat leider Downsydrom & seine "Bildung" kommt weitgehend aus dem TV) angesehen:
Eine schlecht gezeichnete Figur versuchte, eine andere schlecht gezeichnete Figur losz u werden, indem sie sie auf diverse Arten tötete; die 2. Figur überlebte aber immer.
Interessant dazu war ein Weihnachteinkaufsbummel für meinen Cousin:
Erv sah gern Pokemon, und ich traf vor dem Regal im Spielzeugladen ein Kind, das hingebungsvoll zu den Figuren sah.
Da ich null Ahnung hatte, fragte ich, worum es in der Serie ginge und welche Figuren ich da als Geschenk kaufen sollte.
Antwort: So eine richtige Handlung gäbe es nicht; die würden sich halt immer duellieren.

Bezgl.Medien glaube ich, das man heute alle Informationsmedien gleichwertig sehen sollte, so schwer es auch denjenigen fällt, denen in der Schule noch die Überlegenheit des Buches gepredigt wurde.
Es gibt tolle Infoseiten, -foren und Dokumentationen und grauenvolle Bücher; umgekehrt ist es genau so.

Ich persönlich glaube, dass Verbote nur den reiz erhöhen und vielleicht auch bewirken, dass das Medium noch in einem Alter interessant ist, wenn das bei den Altersgenossen, die freien Zugang hatten, schon längst passé ist.
Probleme sehe ich allerdings, wenn es um deutlich zu lange Sitzungen geht, also Richtung 24 h am Computer etc.
Im 18. Jhd. glaube ich, waren Bücher (Romane), besonders für Frauen und Mädchen, als gefährdende Medien verschrien.

Unter Medienkompetenz verstehe ICH heutzutage übrigens v. a., dass man lernt, sich nicht überall am besten mit seinem richtigen Namen zu veröffentlichen (Videos, persönlichste Angaben, am besten noch mit echtem Namen, Veröffentlichung intimer Details).

Vielleicht bin ich da zu altmodisch, aber ich verstehe nicht, warum auch immer mehr Erwachsene zumindest alle DATEN (ganzer Name, Wohnsitz, Fotos vom Haus, von sich selbst etc.) in Foren und auf ihren Internetseiten preisgeben.
Abgesehen von Datenmissbrauch hätte ich da z. B. auch Angst vor Einbrüchen.

Man überlege:
Wer könnte sich an eine Vorgabe "1/2 h lesen am Tag" halten und wer würde nicht zu Recht protestieren, wenn ihm danach das Buch aus der Hand gerissen wird?
Mit anderen Medien ist das aber z. T Gang und Gäbe (TV, Computer ausschalten, Handy wegnehmen).
Die Generation meiner Mutter gehörte meines Wissens zur "Frauentratsch-Generation"; es wurden lange Kaffeetrinken und Telefonate veranstaltet; und diese wollen jetzt ihren Enkeln das Handy nach so und so viel Minuten/ Stunden abnehmen???

Am Ende dürfte das meiste für die Meisten doch langweilig werden; der Rest muss besonders gut aufgeklärt und mit Alternativbeschäftigungen oder Vorschlägen versorgt werden.

Ich überlege nur: Was hätten wir gemacht, wenn unsere Eltern mit unseren Hobbys so restriktiv umgegangen wären?
=>>
- maximal eine halbe Stunde draußen spielen
- die Puppen / Modelleisenbahn nach einer Stunde wieder abgeben, damit sie im Keller verschwindet
- die Seitenzahl privater Briefe oder "Briefbücher" beschränken
- ängstlich von den Eltern beobachtet werden, wenn man alleine spielt
- Überprüfung des Lesestoffs

Ähnlich dürfte es sich für einige heutige Kinder/ Tenager anfühlen.

Da bin ich wirklich froh über die Privatsphäre in meiner Kindheit!

Was mich persönlich beunruhigt ist, dass sich immer mehr Erwachsene nach kurzer Zeit vertauensseelig mit völlig fremden Chatpartner treffen, um z. T. schon beim ersten kennen lernen intim zu werden.
Wo ist da die Medienkompetenz?
(Jetzt bin ich bestimmt wieder zu überkritisch - beim ersten "Blinddate" nach Chat einer Freundin, das gleich über ein ganzes Wochenende mit Doppelzimmer ging, war ich jedenfalls sehr nervös.
Da hätte ja jeder mit jeder Absicht kommen können; auch ein ganz anderer als der, der geschrieben & Bilder von sich (???) gezeigt hatte!!!)
Private Informationen im Netz anzufragen & zu geben scheint jedenfalls für enorm viele Erwachsene schon Alltag zu sein; mich beunruhigt das immer noch -weiß ich, wer mit welcher Absicht am anderen Ende sitzt oder mit liest?

LG,
Frederica


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BeitragVerfasst: Do 22. Okt 2009, 17:20 
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PeterH hat geschrieben:
Für welche Altersgruppen fordern Sie/forderst Du das Verbot von E-Mail-Adressen

"Du".

Ich fordere kein Verbot.

Ich richte meiner Tochter keine E-Mail Adresse ein, weil sie dann dauernd zum Computer rennt, um zu schauen, ob E-Mails da sind.

Wenn der Lehrer oder die Lehrerin E-Mails versendet, dann kriegt sie selbstverständlich eine.

Aber wieso soll ich jetzt eine weitere Verbindung zum Computer schaffen, wenn es ohnehin schon genug Gründe für sie gibt, am Computer zu sein?

Viel Medien -> weniger Lernen -> schlechtere Ausbildung -> schlechterer Job -> niedrigeres Einkommen (um absichtlich ein "handfestes" = materielles Argument zu geben).


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BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2009, 18:43 
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Hab noch keine Kinder, würde aber, vereinfacht gesagt nach dem Prinzip "mehr positives als negatives reinstopfen" verfahren, und dafür sorgen, dass dem Kind immer mehr Materialien zur Verfügung stehen, die ich positiv finde als welche die ich negativ finde. Die müssen auch nicht immer pädagogisch sinnvoll sein.

Ich denke Medien schaden praktisch überhaupt nicht. Informationsfluss ist nicht zu verhindern, wichtiger ist eher genau zu beobachten wie sich die Einstellung eines jungen Menschen verändert. Wenn ein jugendlicher 24h Fernsehn guckt/zockt, kifft und trinkt, dann passiert das nicht von heute auf morgen.

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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 6:20 
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Wichtig ist, selber Einblick in andere Familien zu bekommen. Da nützt kein Diskutieren - das kann die Erfahrung, das Sehen mit eigenen Augen nicht ersetzen. Es ist erschreckender, weil intensiver und verbreiteter, als ich zumindest angenommen habe (Spielkonsole -> "ADHS" -> Retalin, schlechte Schulleistungen ...).


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 10:47 
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Klaus Horsten hat geschrieben:
Wichtig ist, selber Einblick in andere Familien zu bekommen. Da nützt kein Diskutieren - das kann die Erfahrung, das Sehen mit eigenen Augen nicht ersetzen. Es ist erschreckender, weil intensiver und verbreiteter, als ich zumindest angenommen habe (Spielkonsole -> "ADHS" -> Retalin, schlechte Schulleistungen ...).


wie meinst du denn das horst? dass die kinder durch ritalin schlechte schulleistungen bekommen, oder dass sie durch spielkonsolen krank werden?

Es gibt genauso diesen weg der forschung:

(Spielkonsole -> Hochbegabung -> ...)


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 11:31 
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@Klaus

mein Kind wuchs die ersten 6 Lebensjahre nahezu ohne Medien auf und hat trotzdem ADS. Und nun? Also bitte nicht vermischen, was oberflächlich posaunt wird von den Medien mit Tatsachen.

Wo ich deiner Ansicht bin ist, dass TV-Konsum dumm macht. Zumindest das, was herkömmlich gezeigt wird. Wir haben nur noch einen Beamer, schauen Serien wie Doctor Who in Englisch, meine Tochter schnappt in japanischen Animes Japanisch auf, ich denke das schadet nicht, wenn die Handlungen dann manchmal flach sind. So erklärte sie mir neulich und einfach so, wie Anreden in Japan so sind, etwas Grammatik - ohne das sie je Japanischunterricht hatte.

Interessant finde ich, dass ich als mph-Patientin momentan den Konsum halbieren konnte ohne (wie sonst) erhebliche Verschlechterung der Symptomatik. U.a. durch Mnemotechnik. Irgendetwas passiert, bessere Merkfähigkeit, neue Lernmethoden, alles gehirn-gerechter. Mit Reizüberflutung durch Außen hat es also nichts zu tun, mehr mit der Qualität dieser Reize/neuen Informationen.

Schule, da hat John Taylor Gatto aktuell ein Buch (Verdummt noch mal) auf den Markt gebracht, Schule verschlimmert diese Symptomatik der AD(H)S bzw. sorgt dafür, dass auch Kinder, die kein ADS haben und diese Symptome zeigen. Meine Meinung, die muss natürlich niemand mit mir teilen.

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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 16:26 
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Phexx hat geschrieben:
Spielkonsole

Die Masse macht es natürlich und nicht die einzelne Spielkonsole.


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 16:28 
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Anevay hat geschrieben:
mein Kind wuchs die ersten 6 Lebensjahre nahezu ohne Medien auf und hat trotzdem ADS

Ohne mich in dem Gebiet wirklich auszukennen, habe ich die Vermutung, dass zuweilen als ADHS diagnostiziert wird, was aus zu viel Medienkonsum herstammt. Und dann wird Retalin verschrieben.

Aber ich möchte das nicht vertiefen, weil ich mich da wirklich nicht sehr gut auskenne.

Ob es ADHS von Geburt an gibt, weiß ich nicht, Du scheinst es allerdings zu bestätigen.


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 17:49 
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ADS ist fuer die meisten aerzte eine billige Ausrede.

Better living through chemistry!

Sonst muesste man sich noch ernsthaft mit dem Kind auseinandersetzen.. Ritalin ist da viel leichter!


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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 19:24 
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Ritalin ist nicht nur einfacher, es scheint wohl auch ganz gut zu funktionieren! Bei Psychotherapie sind sich einige Studien wohl nicht so einig.

Es soll auch helfen, Kinder zu Meditation oder Kampfsport anzuregen.
Sehr interessantes, aber langes Video zu diesem Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=sf6Q0G1iHBI

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BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2009, 20:43 
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Ritalin soll Kinder zu Kampfsport anregen?

Hallo Esoterik!
Mit ausreichend unwissenschaftlichen Methoden kriegen wir alles gezeigt.

Hast du Charlie Bartlet gesehen? Dieser Film beweist: Ritalin macht auch Freunde!

Zitat:
Die Therapie ist nicht ohne Risiko von schweren Nebenwirkungen, warnen Ärzte und Kinderpsychiater seit Langem vor dem Hintergrund des immer weiter steigenden Konsums schon bei den Kleinsten. Dass dabei möglicherweise mit weiter reichenden Erscheinungen als Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Herzrasen zu rechnen ist, darauf macht nun eine US-Untersuchung aufmerksam, die Neurowissenschaftler vom Weill Cornell Medical College in New York im „Journal of Neuroscience“ veröffentlicht haben.

Bei Ratten, denen die Forscher über mehrere Wochen relativ hohe Dosen des Medikaments gespritzt hatten, stellten sich nicht nur die bekannten Verhaltensänderungen ein. Diese gingen einher mit bleibenden strukturellen und biochemischen Veränderungen im Gehirn der Tiere. Die Forscher hatten das Medikament an Tieren getestet, deren Alter dem von zwei- bis dreijährigen Kindern entsprach.

„Die Veränderungen betreffen Hirnregionen, die für die Kontrolle von Suchtverhalten und Hungergefühl sowie bei der Ausprägung von sozialem Verhalten und bei der Stressbewältigung eine Rolle spielen“, stellt Teresa Milner, Professorin für Neurowissenschaften und Studienleiterin fest. Die Untersuchungen zeigten zudem, dass sich bei den Tieren unter Einwirkung des Medikaments auch die Konzentration wichtiger Nervenbotenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin in Hirnregionen verändert hatte, die beim Menschen Erinnerungs- und Lernvorgängen steuern und bei der Entscheidungsfindung beteilig sind. Zwar bildeten die Veränderungen sich nach Abbruch der Behandlung langsam wieder zurück und waren nach drei Monaten nicht mehr nachweisbar, berichten die Wissenschaftler.

Trotzdem mahnen die Forscher zu größter Vorsicht beim Einsatz des Medikaments, auch wenn es noch zu früh sei, um Rückschlüsse aus dem Tierversuch auf die Wirkung beim Menschen zu treffen. „Wir machen uns Sorgen wegen Behandlungen, die sich über Jahre hinziehen, insbesondere bei Kleinkindern“ sagt Milner.

Themen
MedizinADHS Ritalin RattenLangzeitveränderungen Schon vor einem Jahr hatte die für die Arzneimittelzulassung und -überwachung zuständige US-Behörde FDA eine Warnung herausgegeben, weil sich Meldungen über plötzliche Todesfälle und schwerwiegende Nebenwirkungen von Ritalin insbesondere bei Kleinkindern häuften. „Da sich ADHS oft schon im Vorschulalter bemerkbar macht, wird das Mittel bereits in der Altersgruppe der Drei- bis Fünfjährigen eingesetzt, für die es aber keine Zulassung gibt,“ maßregelte die Behörde und mahnte größtmögliche Zurückhaltung beim Umgang mit dem Psychomedikament an. Inzwischen sind mehrere klinische Studien angelaufen, die herausfinden wollen, welche Effekte das Medikament bei Kleinkindern hat.

In den USA greifen laut Statistik 1,5 Millionen Erwachsene regelmäßig zu Ruhigstellern. In Deutschland sei die Vergabe in nur zehn Jahren um das 270-Fache angestiegen, stellt das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt fest. Ärzte vermuten, dass Viele ohne ausreichende Diagnostik behandelt werden.


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BeitragVerfasst: So 25. Okt 2009, 2:34 
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Um das eigentliche Thema wieder aufzugreifen:

Ich finde auch, dass im TV leider sehr viel negative Einflüsse herrschen. Deshalb sollten Eltern darüber Bescheid wissen, WAS ihre Kinder sich anschauen. Jedoch halte ich einen (fast) kompletten Entzug für übertrieben. Warum sollen sich Kinder keine Dokumentationen ansehen? Ich habe in meinem Leben sehr viele Dokus angeschaut und bin felsenfest davon überzeugt, dass mein Wissen und meine Liebe zur Tierwelt dadurch mit unterstützt wurde. Auch Cartoons können einen sehr lehrreichen Charakter haben (zugegeben nicht unbedingt was im Nachmittagsprogramm auf RTL2 läuft).

Das gleiche gilt für das Internet. Warum soll ein Kind nicht seine sozialen Kontakte über Facebook, Twitter, Email und Skype pflegen? Das macht Spaß und fördert die Freundschaft.

Keine Konsole oder Computerspiele? Weshalb? Weil das Kind in der Zeit lieber Französisch Vokabeln pauken sollte, die es für seine Donnerstags-AG braucht? Sind der Klavierunterricht, das Karate, der Fußballverein, der Debattierclub, der Chor und der Fechtunterricht nicht schon genug um das Kind zu fördern und auf eine lukrative Beschäftigung im Erwachsenenalter vorzubereiten?

Zitat:
Fernsehen, Gameboy, Internet, CDs, MP3, Video, DVDs, Emails, Handy mit Kamera, Browser und Fernseher. Wer hier nicht Disziplin übt, der macht sein Kind "dick, dumm und gewalttätig"

Es muss einfach eine gesunde Balanz gefunden werden. Eine autoritäre Erziehung mit Zwang zur Shakespeare-Lektüre statt Facebook-Chat halte ich für falsch und kontraproduktiv.

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BeitragVerfasst: So 25. Okt 2009, 5:50 
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Hab das falsch ausgedrückt, ich meinte nicht, Ritalin hilft, Kinder zum Kampfsport zu bringen, sondern umgekehrt, Kampfsport und Meditation hilft, die negativen Konsequenzen von ADS zu mildern.

Das hat nichts mit Esoterik zu tun! Meditation bedeutet, den Geist auf etwas zu konzentrieren, was nicht so furchtbar interessant ist, dass es uns natürlicherweise für Stunden fesselt, zum Beispiel Atmung. Es ist also eine Art Konzentrationstraining.

Kampfsport zwingt zu ähnlichen mentalen "Übungen", auch wenn man es nicht sofort merkt oder als Aussenstehender sieht. Und es ist ein von Kindern erstaunlich gut toleriertes Training von Disziplin. Ich hab das früher auch gemacht. Ich finde es heute auch noch erstaunlich wenn ein türkischstämmiger Hauptschüler, der vor dem Abschluss abgehen will, kein Problem hat, regelmäßig zum Training zu kommen, und da allen Anweisungen folgt. (Und nein, er wird sonst nicht von den Schwarzgurten vermöbelt).

Also ich glaube ich werde meine Kinder, wenn ich sie mal habe, von einem Kampfsport zum anderen schleppen bis sie einen finden der ihnen gefällt. Eine bekannte Verkaufstaktik, die Optionen vorzuselektieren...

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BeitragVerfasst: So 25. Okt 2009, 6:28 
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DocTiger hat geschrieben:
Kampfsport ... hilft, die negativen Konsequenzen von ADS zu mildern

Breakdance auch. Das mildert das Hyperaktive etwas.

Man muss wirklich in die Familien reinschauen, was tatsächlich abgeht.

Falsch ist es, Einzelnes heraus zu greifen, und dann zu beweisen, dass es im Einzelnen doch gut ist:

* Ja, sicherlich: die Discovery channel und BBC Dokus müssen immer wieder herhalten, um den ganzen Mischmasch aus Werbung und Undefinierbarem des Fernsehens zu rechtfertigen.

* Internet da und dort, Wiki, Diskusssionforen wie dieses, ja sicherlich ... wer könnte widersprechen.

Ich habe meiner Tochter Skype eingerichtet, um ihr den Austausch zwischen den Schülern zu erleichtern (Hausaufgaben, mal einfach plaudern) ... Ja, sicherlich. Ich bin kein "Medien-Stürmer" oder "Anti-Medien-Radikalist".

Situation, aus dem Leben gegriffen: Erwachsenen unterhalten sich ... Kind sagt: "Mama, spiel mit mir", weil es sich langweilt. Mama: "Spiel doch mit dem Gameboy." Kind spielt weiter mit dem Gameboy. Erwachsene unterhalten sich weiter fröhlich.


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BeitragVerfasst: So 25. Okt 2009, 10:23 
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Pardon, Doc. :-)

dann findet man allerdings tausend hobbies, die den gleichen Effekt haben.

Allerdings wirst du bei deinem Kind dann auf die Gelenke und auf die Schulsituation aufpassen muessen. Bei einem kampfkunstgeschulten Kind koennen Pausenhofpruegeleien besondere Auswirkungen haben.


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BeitragVerfasst: So 25. Okt 2009, 12:44 
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Registriert: So 30. Aug 2009, 12:35
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Wohnort: Hamburg
Phexx hat geschrieben:
ADS ist fuer die meisten aerzte eine billige Ausrede.

Better living through chemistry!

Sonst muesste man sich noch ernsthaft mit dem Kind auseinandersetzen.. Ritalin ist da viel leichter!


Genau. Sonst müsste das Schulsystem verändert werden... da beginnen nämlich die Probleme, vorher nicht, ich hatte nie Probleme mit meinem Kind, weil es anders ist, Lehrer schon.

Und dann stehen Eltern vor der Entscheidung: das Kind mit massiven Problemen und Nachteilen leiden lassen plus Depressionen, Selbstmordgedanken oder sich dem Anpassungsdruck beugen, Diagnose plus Medikation.

ADS ist Funktionales Denken. :wink: Prof. Schwank, Uni Osnabrück, u.a.

Klaus
ja, vernachlässigte Kinder vor der Medienkiste geparkt. Das ist u.a. eine Ursache für Kinder, die seelisch-geistig-emotional unterentwickelt sind.

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Glaube nicht alles was Du denkst. ^^


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BeitragVerfasst: Mi 30. Dez 2009, 19:45 
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Superbrain
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Registriert: Do 28. Aug 2008, 19:19
Beiträge: 651
Wohnort: Tübingen
Diskurs: Prof. Spitzer vs. Thomas Feibel über „Elektronikspielzeug“:
http://www.reutlinger-wochenblatt.de/rt ... hp/1650531

im Reutlinger Wochenblatt.

_________________
„Die Leistungsfähigkeit des Hirns nimmt zu, je mehr man es in Anspruch nimmt.“
Alfred Herrhausen (1930-1989), dt. Bankier


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