Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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 Betreff des Beitrags: Brauche mal Hilfe
BeitragVerfasst: Di 02. Mär 2010, 17:46 
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Superbrain

Registriert: Mi 24. Jun 2009, 14:53
Beiträge: 313
Hallo,
ich mache gerade ein Grundschulpraktikum und habe angeboten, dort mal eine Gedächnitstrainingsstunde zu halten.

Die Stunde selbst ist nicht das Problem, sondern ich möchte gern eine Anleitung mit den wichtigsten Techniken (Mastersystem, Locimethode, Schlüsselwortmethode, Geschichtenmethode) für die Schüöer verfassen, damit sie bei Interesse zu Hause selbst mal die verschiedenen Techniken ausprobieren können.
In der Stunde machen wir eine Route durch das Klassenzimmer; Inhalt steht noch aus.
Nun habe ich gerade eine Kurzanleitung für die Lehrerin verfasst und die klang recht klobig bis kompliziert.
Das "Gummibärchen im Spinat" Buch habe ich nicht.

Hat jemand eine Idee, wie ich schnell und eingängig (= kurz) Drittklässlern (8 bis 9 Jahre, sehr motiviert, sehr kreativ) diese Techniken so aufschreibe, dass sie 1. alles lesen :P und 2. es auch selbst lernen/ ausprobieren können?
Ich stelle mal im 2. Beitrag meinen Entwurf für die Lehrerin rein; der klingt leider noch arg komplitziert. :x

Die Idee ist, den Kindern
1. die Methoden und
2. einen Lernplan für die ersten paar Wochen (erst mal nur kurze Routen erstellen, mit unwichtigeren Schen wie Einkaufslisten üben; evtl. später Tages(-aufgaben-)routen erstellen und Beispiele, wie sie sich Termine, Aufgaben und Geburtstage etc. merken können und mit mehreren kleinen Routen für eine Klassenarbeit einen "mentalen Spickzettel" erstellen können.
Die Idee ist also, ihnen schriftlich noch möglichst viel Information zu kommen zu lasse, ohne sei damit zu erschlagen!

LG,
Frederica


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 02. Mär 2010, 17:50 
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Superbrain

Registriert: Mi 24. Jun 2009, 14:53
Beiträge: 313
Gedächtnistraining Grundtechniken

Es gibt drei Grundtechniken, die auch auf „Gedächtniswettbewerbe“ angewendet werden:
• die Routen- oder Locimethode (mental eine Strecke ablaufen, an der die zu erinnernden Begriffe
„abgelegt“ wurden
• das Mastersystem, auch Majorsystem genannt, das Zahlen in Buchstaben oder Bildern codiert und
• die Schlüsselwortmethode („peg system“ auf Englisch), mit deren Hilfe man sich Vokabeln oder
Fachbegriffe merken kann, insbesondere, wenn man diese (noch) nicht versteht.
Dann gibt es auch noch die
• Geschichtenmethode, bei der man sich mit Hilfe der Schlüsselwortmethode eine Liste von Begriffe
merkt.
1. Das Mastersystem
Das Mastersystem codiert Zahlen als Begriffe („Kinderversion“) oder Buchstaben
(„Fortgeschrittenenversion“).
So kann man sich Telefonnummern, Daten (Geschichtsdaten oder Gebutrtage etc.), Termine und
PIN Nummern usw. merken.
Basis-Mastersystem:
0 = s, z => in vielen Sprachen heißt null Zero (Kinderversion: wer null Ahunng hat ist
strohdumm.“)
1 = T, D => einen 1 sieht einem kleinen t ähnlich
2 = N => das N hat 2 senkrechte Striche
3 = M => das kleine M hat 3 senkrechte Striche
4 = R => v i e r besteht aus 4 Buchstaben und endet mit einem R
5 = L => die römische Ziffer für 50 ist L (Kinderversion: Man denkt an jemanden, der an jeder
Hand 5 lange Spinnenfinger hat)
6 = Sch, Ch => eine Schlange kann sich wie eine 6 schlängeln
7 = K, G => das K sieht fast aus wie eine spiegelbildlich geschriebene 7
8 = F, V, W => Merksatz: „Achtung, Feuer!“
9 = B, P => das P sieht aus wie eine spiegelbildlich geschriebene 9
Mastersystem für Kinder:
O = Osterei
1 = Baum
2 = Kamel (2 Höcker)
3 = Hocker („Dreibein“)
4 = Auto (vier Räder)
5 = Strümpf' (Reim) oder Hand (5 Finger)
6 = Würfel (6 Seiten; höchste Zahl 6)
7 = die 7 Zwerge
8 = Looping(bahn) (Looping siht aus wie 8)
9 = eine Katze mit einem fast zu einer 9 geschwungenen Schwanz
10 = Zehen ( = Fuß/ Füße)
Mit Hilfe von Geschichten und / oder Wörtern kann man sich jetzt längere Zahlenfolgen merken, z.
B. Eine Telefonnummer: 0177 48769340:
Eine Sau (S = 0) rast in einen Baum.
Die 7 Zwerge fallen herunter und springen gleich wieder hoch, weil sie mit Kaugummi (K = 7) am
Baum festgeklebt waren.
Ein weiteres Auto fährt vorbei und rast so schnell, dass es einen Looping in der Luft macht.
Die 7 Zwerge kommen neugierig machen ein Würfelspiel.
Der Gewinner bekommt eine Katze, die auf einem Hocker sitzt, weil das Auto zerkratzt hatte zur
Strafe muss sie ein Osterei auf der Nase balancieren.
Methode:
5 Wiederholungen:
Geschichte ausdenken, mit geschlossenen Augen visualisieren, mit offenen Augen visualisieren,
nacherzählen und die wichtigsten Punkte (= Merkwörter) visualisieren (hier: Sau, Baum,7 Zwerge,
Kaugummi/ 7 Zwerge, Auto, Looping, 7 Zwerge, Würfel(spiel), Katze, Hocker, Auto (zerkratzt),
Osterei); anhand der Merkwörter die Nummer memorieren.
Alternative:Satz bilden aus 0177 48769340 = s/z, t/d, k/g, k/g, r, f/v/w, k/g, sch/ch, p/b, m, r, s/z:
„Ein Stock ruft einen Koch an, weil durch seine Kochversuche der schöne große Baum vor dem
Fenster voller Ruß ist.“
Die 100er Liste
Wer das Mastersystem zum Merken anwenden möchte, sollte sich so schnell wie möglich eine
(provisorische) „100er-Liste“ erstellen, also visualisierbare Merkbegriffe für die Zahlen von 1 bis
100 oder von „01“ bis 100 .
Damit fällt es relativ leicht, Telefonnummern oder Daten und Termine zu codieren und durch die
enstandenen Bilder auch wieder zu rekontruieren.
2.Die Schlüsselwortnethode
Bei der Schlüsselwortmethode wird ein Wort, das dem zu lernenden Begriff ähnlich ist, gesucht und
so der Begriff im Gedächtnis verankert.
Bsp: Anamnese: „Anna ging nach langer Artzodysse zum Chinesen und erzählte ihm ihre
Geschichte, damit er ihr sagen konnte, woran sie leide.“
Oder
„Erst als Anna nach Blankenese gefahren war, und dem berühmten Arzt ihre Krankengeschichte
erzählt hatte, fand er eine Heilmittel für sie.“
flock engl. Herde: „Wenn der Schäfer nicht da ist, bindet er seine Schafherde mit einem langen Seil
an einem Pflock fest.“
Im Gedächtnistraining gibt es die Disziplin „Vokabelsprint“, bei der man sich in kurzer Zeit fiktive
Vokabeln mit dieser Methode merken muss.
3.Die Routenmethode
Die Routenmethode ist eine Methode um
1. großeWissensmengen handlich zu verpacken („mentaler Spickzettel“) oder
2. neues Wissen abzuspeichern (in Form einer Liste) und evtl. auch zu in unterschiedlicher
Reihenfolge wieder zu geben.
Kriterien für Routen:
Routen sollten:
– eine defininerte Reihenfolge haben (= eine definierte Richtung haben, man muss wissen,
welcher Punkt zu welchem Punkt führt)
– gut und sicher visualisierbar sein, also sehr vertraute Orte
– am besten mit positiven Gefühlen verbunden sein.

Für den Anfang reicht eine Route von ca. 30 Punkten, das sollte ein vertrauter Raum sein, in dem
„umher wandern“ kann.
Die Routenpunkte können noch mit Hilfe des Mastersystems nummeriert werden.
Man stellt sich an jedem Routenpunkt den codierten Begriff aus dem Mastersystem vor, bspw. A,
16. Routenpunkt eine Tasche (T = 1 und Sch = 6).
Beispiele für Routen:
Klassenzimmer (idealer „Spickzettel“!), Kinderzimmer, Weg durch die Schule, Weg zum Freund
etc.
Für den Anfang genügt eine größere Route von ca. 30 bis 50 Punkten (z. B. Schule, Elternwohnung,
Kinderzimmer) und ein bis 5 kleinere Routen von 10 bis 20 Punkten.
Die kleineren Routen sollte man überall finden, z. B. Wartezimmer beim Arzt, Weg von der Terrasse
zum Klettergerüst, das Auto von innen oder auch der eigene Körper (1. Fußsohlen,
2. Knie,
3. 3. Oberschenkel,
4. linke Hosentasche
5. rechte Hosentasche,
6. Hintern,
7. linke Hand,
8. rechte Hand,
9. linker Ellenbogen,
10. rechter Ellenbigen,
11. linke Schulter,
12. rechte Schulter,
13. Kinn,
14. Mund,
15. Nase,
16. Haare.
Die Routenpunkte werden dann auf merk-würdige, also möglichst skurrile Art mit den zu
merkenden Begriffen verbunden, z. B. Im falle einer Einkaufsliste, die mit der Körperroute gemerkt
wird:
Einkaufsliste:
– Butter
– Zucker
– Eier
– 3 x Milch
– 2 Schulhefte, liniert
– 3 rote Paprika
– eine Gurke
– Tesafilm
– Vogelfutter
– Kopfsalat
– 500 g Rinderhack.
Die Liste kann in beliebiger Reihenfolge gelernt werden, also setzt man die Begriffe so, dass sie
möglichst merk-würdig bleiben:
Statt Schuhen trage ich 2 rote Paprika, eine dritte versuche ich zwischen den beiden zu balancieren,
zwischen meinen Knien balanciere ich eine Gurke, die bei jedem Schritt ein Stück tiefer rutscht,
auf meinen Oberschenkeln habe ich mit viel Tesafilm je ein liniertes Schulheft festgeklebt; die Hefte
sind längs liniert, damit ich schlanker wirke, aus der linken Hosentasche rieselt aus einem Loch
Vogelfutter, die rechte zeigt einen dicken Fettfleck, weil dort die Butter lagerte, aus Platzmangel habe ich mir das Hackleisch in die hinteren Hosentaschen gesteckt, die jetzt sehr prall wirken, so dass alle Leute mich anstarren,die Finger meiner linken Hand habe ich in einen Kopfsalat gepickt, deshalb tun sie schon weh, die Finger meiner rechten Hand habe ich in ein Zuckerpaket gepickt, deshalb rieselt ständig Zucker von meiner Hand auf den Boden, unter dem linken und rechten Ellenbogen versuche ich je ein Milchpaket zu schleppen, während das dritte von meinem Kinn auf dem Brustbein fixiert werden soll.

Wer sich das alles vor dem Einkaufen vorstellt (sich hinein versetzt => Übung macht den Meister), wird bestimmt nichts vergessen.
Alternativ kann man die Einkaufsliste am Weg zum Einkaufen oder im Supermarkt selbst
„fixieren“.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 02. Mär 2010, 18:11 
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Superbrain
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Registriert: Di 11. Sep 2007, 7:12
Beiträge: 1664
Ich bin kein Grundschulpädagoge, aber mir kommt die Anleitung zu lang und kompliziert vor. Vielleicht eine einfachere Satzstruktur, kein Konjunktiv, und möglichst wenig Sprachfiguren, aber du kennst solche Regeln wahrscheinlich schon. Wie wär's mit einer Einteilung in drei einfache Bereiche "Zahlenbilder" (garnicht erst Master oder Major als Fremdwörter erwähnen), "Wohnungsliste" und "Schlüsselwörter" Methode und System würde ich auch nicht erwähnen.

Das Beste wäre natürlich kein Text sondern ein Computerspiel für zu Hause. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen......

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2010, 1:05 
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Superbrain

Registriert: Mi 24. Jun 2009, 14:53
Beiträge: 313
Hallo,
ich habe jetzt die erste Stunde gemacht (mit einer einfacheren Anleitung für die Kinder).
Inhalt:
Techniken erklären, Kinder schreiben Wörter auf (in einem Affenzahn hintereinander) ich lerne die (hätte auch alle 22 gewusst, wenn nicht einer am Ende vorgesagt hätte), Kinder sollen sich Merkhilfen / Routenbildenr für eine Einkaufsliste überlegen.
Hier haperte es, weil überraschenderweise die Drittklässler recht fantasielos waren.
wie merkt man sich "4 Liter Milch".
"Da fließt milch aus dem Wasserhahn" (Toll! :D )....und zwar 4 Liter.
Auf meine Frage, iwe man sich im Supermarkt erinnert, genau 4 l zu kaufen, waren si erst mal ratlos.
Aber:
Nach 4 Tagen wussten sie noch ihre ...ähm. 6 :oops: (Zeit war knapp!) gelernten Begriffe und einen von mir (Auge: riesiges Auge, dass glibbert und durchs Fenster schaut....).

_______________________________________
Nun soll ich das am Donnerstag auf Englsich machen.
Möchte Vokabelsprint (Schlüsselwortmethode) und das englsiche Zahlenreimsystem (one - bun, two - shoe isw.) machen.
Weiß jemand eine schöne Merkhilfe für Himmel (Gott) = heaven (für 7 - heaven)?
Dachte erst an folgendes: Wir erfinden ein Konkurrenzprodukt für "m&ms", nenne das "M" und dann darf jeder dem anderen ein echtes M&M anbieten mit den Worten"have (an) N" und man merkt sich, dass Gott gern "Ns" isst.
Nun darf einer in der Klasse keine Schokolade essen. :roll:
Fällt jemandem eine schöne Merkhilfe für heaven = Himmel ein?
Eine Wolke mit einem N darauf reicht wohl nicht?
Gibt es eine deutsche Merkhilfe? Stehe da echt auf dem Schlauch; so etwas könnte doch auch im Wettbewerb kommen und wie merkt man sich das dann?

Ziel der Stunde soll dann sein, dass Vokabellernen auch Spaß machen kann und die Kinder sehen, dass sie durchaus in der Stunde einige Vokabeln ohne Stress merken und behalten können.

LG,
Frederica


Die Merkwörter sind übrigens:
shoe (kennen sie) 2
tree 3
bun 1
oar 4
knife 5
sticks 6
heaven* 7
gate 8
sign 9
fan (Fächer) 10

Reimt sich sonst noch etwas Anschaulicherers auf "heaven"?
Ich habe nicht ie Originalwörter genommen, da veranschaulicht 5 "hive" (Bienenstock) und das ist vom Drittklässlervokabular ja sehr weit weg!
Für alle anderne Wörter hätte ich auch Merkhilfen für den Fall. das keinem etwas einfällt....

Gate merkt man sich z. B. durch das Bild von Schafen die einem den Weg zum Tor versperren, denen sagt man GEHT da doch mal weg! usw.


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BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2010, 11:42 
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Superbrain
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Registriert: Di 11. Sep 2007, 7:12
Beiträge: 1664
Heaven? (Hugh) Hefner scheidet wohl in der Alterskategorie aus.
Heft, Hefen, Hafen, Effen(-berg)

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