Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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 Betreff des Beitrags: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mo 13. Feb 2012, 22:38 
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Hallo!

In einem anderen Thread bin ich angeregt worden, etwas von meiner Schul-AG zu erzählen.
Zunächst ein paar Worte zu meiner Person:
Ich bin 44 Jahre alt und habe vor ein paar Jahren angefangen, mich mit Mnemotechnik zu beschäftigen. Vorher habe ich mir zwar Bücher darüber gekauft und in den Schrank gestellt, konnte mich aber nie richtig durchringen, das Mastersystem zu lernen, Routen festzulegen usw. Ich war dann richtig begeistert, dass die Techniken tatsächlich funktionieren.
Als die Schule meines Sohnes (jetzt 6. Klasse) in einem Elternbrief fragte, ob es Eltern gibt, die eine AG anbieten wollen, habe ich nicht lange gezögert. Im Schuljahr 2010/11 habe ich eine AG unter dem Titel "Köpfchen, Köpfchen" angeboten. Da ich berufstätig bin, haben wir uns nur etwa einmal im Monat getroffen. Meine Idee war, alles mögliche, was irgendwie mit Gedächtnis zu tun hat, in einer AG vorzustellen und die Schüler dafür zu begeistern. Wir haben uns mit Merktechniken, Jonglieren, Zauberwürfel, Sudokus, Speed Stacking, Kalenderrechnen usw. beschäftigt.
Leider ist die AG nicht ganz so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zum einen hatte ich den Eindruck, dass die Motivation der Schüler sehr unterschiedlich war. Einige sind sicherlich freiwillig gekommen, andere sind wohl eher von ihren Eltern geschickt worden ("Das kann dir nichts schaden!"). Die Nacharbeit zu Hause fand auch eher selektiv statt, so dass der Stand der Kinder extrem unterschiedlich war. Viele ließen sich auch einfach nur berieseln, hatten nach der AG zwar von vielen Themen gehört, konnten aber wenig bis gar nichts davon anwenden. Es war dann auch nicht einfach, die Kinder, die sich für das jeweilige Thema nicht so interessierten, davon abzuhalten, Blödsinn zu machen.

Als ich dann gelesen habe, dass die nächsten Süddeutschen Meisterschaften in Karlsruhe (fast um die Ecke) stattfinden, hatte ich die Idee für eine neue AG im Schuljahr 2011/12. Der Titel der AG lautet "DSDS - (Süd-)Deutschland sucht das Superhirn". Ziel der aktuellen AG ist die Vorbereitung auf und möglichst auch die Teilnahme an den Süddeutschen Gedächtnismeisterschaften 2012. Die AG findet alle 3-4 Wochen in der 7. und 8. Stunde statt.
In der Einladung zur AG habe ich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um einen Sport handelt, dass wir für eine Meisterschaft trainieren und dass es daher auch notwendig ist, zu Hause zu trainieren und nicht nur alle 3-4 Wochen die AG zu besuchen. Trotz dieser abschreckenden Worte haben sich 10 Kinder für die AG angemeldet und 8 Kinder sind noch dabei. Einer hat sich bereits für die Meisterschaften angemeldet, ich hoffe, dass noch weitere Kinder/Jugendliche folgen.
An den 4 Terminen vor Weihnachten haben wir zügig Routentechnik, Mastersystem, Umrechnen von Binärzahlen, Historische Daten, Namen und Gesichter, Text und Spielkartensystem behandelt, damit alle grundlegenden Techniken für die Meisterschaften bekannt sind. Außerdem habe ich die Trainingsmöglichkeiten von memoryXL und memocamp vorgestellt.
Ich habe auch ein kleines geschlossenes Forum eingerichtet, in dem die Teilnehmer untereinander kommunizieren können. Dort habe ich auch Trainingsmaterialien und Zusammenfassungen der AG-Stunden bereitgestellt. Es ist aber leider nicht so stark genutzt worden, wie ich es mir erhofft habe.
Wir haben uns dann einmal in den Weihnachtsferien getroffen und anschließend bisher zweimal im neuen Jahr.
An diesen Terminen haben wir anhand von Übungsblättern die Disziplinen "Historische Daten", "Zahlensprint" und Binärzahlen geübt und die hierfür benötigten Techniken vertieft. Zu meiner großen Freude haben die Kinder dabei tatsächlich motiviert mitgemacht.
Mein Zwischenfazit: Die Leistungsorientierung der AG hat sich sehr positiv auf die Arbeitsatmosphäre in der AG ausgewirkt. Die Kinder waren deutlich aufmerksamer als im Jahr zuvor. Sie sind inzwischen tatsächlich in der Lage, die Techniken anzuwenden. Ich hoffe, es melden sich noch 3-4 Kinder für die Meisterschaften an. Das wäre ein Riesenerfolg.
Auch meine Begeisterung für die Mnemotechniken ist durch die AG gestiegen. Ich hätte Lust, auch mal an einer Meisterschaft teilzunehmen, aber in diesem Jahr beschränke ich mich aufs Coaching.

Gibt es noch andere Erfahrungen mit Schul-AGs? Ich würde mich über Anregungen, Ideen und Rückfragen freuen.

Gruß

Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Di 14. Feb 2012, 10:42 
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Superbrain
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Ich hab keine Erfahrung mit Schul-Ags, aber ich bin mir ziemlich sicher dass der Abstand der Treffen von vier Wochen ein großes Problem war, zumindest waren für mich damals vier Wochen eine Ewigkeit.

Vielleicht kann man in Zukunft einen Lehrer oder andere Eltern dazu bewegen zusätzliche Termine anzubieten?

Vielleicht ist Facebook, ICQ oder eine andere Form von privaten Mitteilungen eine bessere Methode für Feedback zwischen den Treffen?

Wenn es eine Internet-AG gibt, vielleicht kann die InternetAG eine Seite oder Facebook-App schreiben die so eine Art Trainingshandbuch anbietet? Oder sogar Trainingsmöglichkeiten direkt anbietet?


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Di 14. Feb 2012, 10:53 
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Schul-AG für Mnemotechniken von einem hoch motivierten Schülervater. Das finde ich toll!

Was für eine Resonanz dazu gibt es bei der Schule? Interessieren sich Lehrer(innen) dafür? Wirkt die Initiative "ansteckend"? Wie geht die Schulleitung damit um?

Dann würde mich interessieren, ob die teilnehmenden Kinder das Gelernte auch auf ihr normales schulisches Lernen übertragen (können) oder ob sie das nur für den speziellen (gedächtnissportlichen) Gebrauch trainieren.

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David Loye


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Di 14. Feb 2012, 18:09 
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Danke für die ersten Rückmeldungen.

@DocTiger:
Den Abstand von 3-4 Wochen finde ich auch problematisch. Falls sich die AG zu einer Dauereinrichtung entwickelt, versuche ich beim nächsten Mal Unterstützung zu erhalten. Leider sind (Hobby-)Gedächtnissportler eine recht seltene Spezies.
Ich habe bewusst das abgeschottete Forum gewählt, da meine AG-Teilnehmer in der 6. und 7. Klasse sind und nicht jeder von Ihnen unbeschränkten Zugang zum Internet hat. Insbesondere hat nicht jeder von ihnen (die Erlaubnis der Eltern für) einen eigenen Facebook-Account. Durch die Abschottung des Forums wollte ich hier Akzeptanz schaffen.
Bezüglich der Internet-AG mache ich mich mal schlau. Vielleicht ergeben sich ja hier neue Möglichkeiten.

@Horkas:
Die Resonanz würde ich erst einmal als wohlwollend, interessiert und abwartend beschreiben. Obwohl in der 5. Klasse im Rahmen der Profilfächer Methodik unterrichtet wird und dort auch ein wenig auf Mnemotechniken eingegangen wird, kennen sich die Lehrer in diesem Thema leider nicht so gut aus. Vielleicht müsste ich mal einen Workshop für die Lehrer anbieten. Mit der Teilnahme einer (sehr) kleinen Schulmannschaft bei den Gedächtnismeisterschaften lässt sich hier eventuell auch etwas mehr Aufmerksamkeit erzielen.
Inwieweit die Schüler selbst aktiv diese Techniken außerhalb des Sports einsetzen weiß ich nicht. Beim meinem Sohn sehe ich, dass er, wenn er Zahlen lernen muss (Geschichte, Geografie), das Mastersystem einsetzt. Hier ist die Disziplin "Historische Daten" recht praxisnah.
Vielleicht mache ich nach den regionalen Meisterschaften noch mit den Disziplinen für die deutsche Meisterschaft weiter. Die Disziplin "Vokabeln" eignet sich sicher auch für praktische Anwendung in Englisch oder Französisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2012, 8:15 
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Hm, das mit der Facebookgeschichte hab ich nicht bedacht. Aber ich bin mir sicher, dass es auf Gymnasien viele solcher Eltern gibt, die meinen, sie könnten und müssten den Medienkonsum ihrer Kinder kontrollieren statt beeinflussen. Mein Gedanke mit der Facebookgeschichte war, dass ich dachte die haben eh alle einen FB Account (oder was auch immer) und dann könnte man direkt "nachfragen" um mehr motivation aufzubauen (mit Vorsicht nicht zu nerven natürlich).

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2012, 10:29 
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Schüler sind in diesem Alter in der Regel bei Schueler.cc oder schuelervz.net - je nach Region.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2012, 11:07 
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Registriert: Di 08. Nov 2011, 11:50
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thhi hat geschrieben:
Obwohl in der 5. Klasse im Rahmen der Profilfächer Methodik unterrichtet wird und dort auch ein wenig auf Mnemotechniken eingegangen wird, kennen sich die Lehrer in diesem Thema leider nicht so gut aus. Vielleicht müsste ich mal einen Workshop für die Lehrer anbieten. Mit der Teilnahme einer (sehr) kleinen Schulmannschaft bei den Gedächtnismeisterschaften lässt sich hier eventuell auch etwas mehr Aufmerksamkeit erzielen.


Man kann, so meine Erfahrung, als Lehrer nur den Kindern die Mnemotechnik nahe bringen, wenn man eigene eingehende Erfahrung damit gesammelt hat. Man kann nicht etwas darüber lesen und dann meinen, die Kinder damit arbeiten lassen zu können, wie es viele Kolleginnen und Kollegen versuchen. Es genügt nicht, davon zu wissen, man muss es können: Es führt kein Weg am eigenen Training vorbei. Nicht einmal eine praktische Begegnung bei einem Workshop wird den durchschlagenden Erfolg bringen. Ich weiß das aus vielen Gesprächen mit Kollegen, die sich vielleicht gar bei einem Fortbildungstag haben begeistern lassen, sich möglicherweise ein Trainingsprogramm auf CD zugelegt haben. Wenn das Feuer nicht stark genug ist, dass man sofort einsteigt und mit dem täglichen Training beginnt, dann geht das wie mit den guten Vorsätzen zu Neujahr: Sie verschwinden unter den Alltagsereignissen. Und CDs sind geduldig, so wertvoll sie sein mögen. Dennoch: Mit einem Workshop-Angebot an (interessierte) Lehrer(innen) aus dem Kollegium könnte es einen guten Start geben. Es gibt ja in BW die einmal jährlich möglichen sogenannten pädagogischen Tage, also hausinterne Fortbildungen. Und die Idee, dass die möglichen Erfolge der Kinder beim Gedächtnissport positive Rückwirkung haben könnte, ist nicht abwegig. Ich spüre bei dir die Power und die überlegte Vorgehensweise, das wird irgendwann den Zündfunken überspringen lassen. Hoffentlich!

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David Loye


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2012, 12:27 
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Horkas hat geschrieben:
thhi hat geschrieben:
Obwohl in der 5. Klasse im Rahmen der Profilfächer Methodik unterrichtet wird und dort auch ein wenig auf Mnemotechniken eingegangen wird, kennen sich die Lehrer in diesem Thema leider nicht so gut aus. Vielleicht müsste ich mal einen Workshop für die Lehrer anbieten. Mit der Teilnahme einer (sehr) kleinen Schulmannschaft bei den Gedächtnismeisterschaften lässt sich hier eventuell auch etwas mehr Aufmerksamkeit erzielen.


Man kann, so meine Erfahrung, als Lehrer nur den Kindern die Mnemotechnik nahe bringen, wenn man eigene eingehende Erfahrung damit gesammelt hat. Man kann nicht etwas darüber lesen und dann meinen, die Kinder damit arbeiten lassen zu können, wie es viele Kolleginnen und Kollegen versuchen. Es genügt nicht, davon zu wissen, man muss es können: Es führt kein Weg am eigenen Training vorbei. Nicht einmal eine praktische Begegnung bei einem Workshop wird den durchschlagenden Erfolg bringen. Ich weiß das aus vielen Gesprächen mit Kollegen, die sich vielleicht gar bei einem Fortbildungstag haben begeistern lassen, sich möglicherweise ein Trainingsprogramm auf CD zugelegt haben. Wenn das Feuer nicht stark genug ist, dass man sofort einsteigt und mit dem täglichen Training beginnt, dann geht das wie mit den guten Vorsätzen zu Neujahr: Sie verschwinden unter den Alltagsereignissen.!


Dazu schrieb ich gerade in einem anderen Thread:

AndreasF hat geschrieben:
Ich muß etwas ausholen: Seit 1995 kaufe ich mir in unregelmäßigen Abständen Bücher zum Thema "Lernen lernen". Birkenbihl, Buzan, Staub etc ... Ich hab sie alle! Allerdings ist es so, daß man nach zwei bis dreien dieser Bücher im Grunde nichts wesentlich Neues mehr erfährt. Alle Autoren erklären mir, wie ich mir Namen, Zahlen und Einkaufslisten merken kann. Trivial!

Als angehender Abiturient (und später als Student) stand ich aber immer vor dem Problem, daß sich mnemotechnisches Lernen und das Verstehen der Lerninhalte grundsätzlich auszuschließen schienen. Das führte dazu, daß ich meine Lerntechnik nie wirklich änderte. Es blieb im Wesentlichen also bei der Nürnberger Trichter-Methode: Lesen - Verstehen - Wiederholen.


Ich möchte noch ergänzen, daß ich in der Oberstufe sowohl im Rahmen des sog. "Projektunterrichts" als auch im Leistungskurs Biologie von Mnemotechniken erfahren hatte. Beide Lehrer haben das Thema mit Engagement und Überzeugung vorgetragen. Dennoch bleib ich bei meinem gewohnten Lernverhalten.

    - es fehlte mir das Vertrauen in die Technik (Diskrepanz zwischen Wissen und Verstehen)
    - es fehlte mir die Übung (DocTiger spricht von mehreren Monaten bei täglicher Anwendung bis das Gehirn sich angepaßt hat.)
    - es fehlte mir der konkrete Nutzen (Warum soll ich mein Lernverhalten ändern und schlechte Noten riskieren?)

Wenn ich mir überlege, wie in meinem Fall die idealen Bedingungen hätten aussehen müssen, um mich zur konsequenten Anwendung der Mnemotechniken zu bewegen:

Vertrauensbildende Maßnahmen in die Technik aus dem Munde eines Menschen, der mit diesen Methoden selbst arbeitet. Und zwar nicht nur um Einkaufslisten oder Spielkarten zu memorieren. Der Übungsanteil hätte deutlich höher sein müßen, damit die Methode für mich hätte "wirken" können (sichtbare Erfolge). Man hätte mit mir zusammen auf Basis dieser Methoden bestimmte Themen (aus meinen Problemfächern) erarbeiten müssen. Soll heißen: Wenn ich aufgrund der Menotechnik in meinen Problemfächern plötzlich (mit weniger Aufwand) gute Noten geschrieben hätte, wäre es ein irgendwann ein Selbstläufer geworden.

@thhi Ich könnte mir für dein Projekt als Alternative zur "Wettbewerb-Strategie" vorstellen, daß du dir 3 motivierte, mittelmäßige/schlechte Schüler schnappst und mit denen ganz intensiv an deren konkreten Lernproblemen arbeitest. Wenn sich dann in deren Klassen herumspricht, daß der einstige schlechte Schüler plötzlich mit guten Noten punktet und das Lernen ggf, auch noch Spaß macht, hast du gewonnen. Im der zweiten Stufe kannst du dann die ersten drei als Tutoren einsetzen und auf diese Weise ggf. dann schon 10 Schüler "schulen".

_________________
Carpe diem et noctem ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2012, 16:29 
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Superbrain

Registriert: Di 08. Nov 2011, 11:50
Beiträge: 229
Wohnort: Markgräflerland
AndreasF hat geschrieben:
Seit 1995 kaufe ich mir in unregelmäßigen Abständen Bücher zum Thema "Lernen lernen". Birkenbihl, Buzan, Staub etc ... Ich hab sie alle! Allerdings ist es so, daß man nach zwei bis dreien dieser Bücher im Grunde nichts wesentlich Neues mehr erfährt. Alle Autoren erklären mir, wie ich mir Namen, Zahlen und Einkaufslisten merken kann. Trivial!

Als angehender Abiturient (und später als Student) stand ich aber immer vor dem Problem, daß sich mnemotechnisches Lernen und das Verstehen der Lerninhalte grundsätzlich auszuschließen schienen. Das führte dazu, daß ich meine Lerntechnik nie wirklich änderte. Es blieb im Wesentlichen also bei der Nürnberger Trichter-Methode: Lesen - Verstehen - Wiederholen.

Wenn du statt "trivial" elementar sagen würdest, fändest du vielleicht leichter Zugang zu deinem Problem. Ein Vergleich: Wenn du Fabian Hambüchen seine Riesenfelgen am Reck turnen siehst, vergisst du leicht, dass auch er einmal mit einem schlichten Felgaufzug begonnen hat. Wenn deine schlechte Urerfahrung so weit zurück liegt, heißt das ja noch nicht, dass der Zugang zum wertvollen Schatz der mnemotechnischen Erfahrungen nicht mehr möglich ist.

Ich fand zum Beispiel vor vielen Jahren Birkenbihls Vorschlag nützlich, die Nachrichten der Tagesschau hintereinander mit einer 10er-Garderobe (sie nannte das Bildermachen) zu assoziieren. Staubs "Baumliste" ist noch besser, weil sie 20 Bilder hat. Auch eine 20er-Garderobe nach der Majormethode erfüllt den gleichen Zweck. Die Tagesschau hat in der Regel 12 bis (maximal) 15 Meldungen. Das ist eine elementare Übung, die den Vorteil hat, keine eigene Trainingszeit zu benötigen, wenn ich mir die Tagesschau um 20 Uhr sowieso anschaue. Das Assoziieren von Einfällen macht Spaß und den Inhalt der Meldungen (Verstehen des Sinnzusammenhangs) behalte ich gleich mit, wenn ich mich nicht allzusehr durch das Fantasieren mit Assoziationen vom eigentlichen Inhalt ablenken lasse. Aufnehmen eines "Lerninhalts", ihn verstehen und gleichzeitig memorieren lernt das Gehirn bei der praktischen Übung, wie ich aus solch elementaren Erfahrungen weiß. Ich kann dabei über einige Zeit stets die gleiche Garderobe verwenden und erfahre gleichzeitig, dass sich die Inhalte nicht gegenseitig überlagern. Ich kann aber, wenn das mein Übungszweck ist, auch täglich eine andere Garderobe nehmen. Alles "trivial"? Vielleicht! Jedenfalls ein elementares Training, das meinem Gedächtnis ganz grundsätzlich einen Schub gibt. Ich kann auf diese Weise auch einem (anspruchsvollen) Vortrag folgen und behalte wesentliche Punkte meiner Garderobe entlang im Gedächtnis. Das ist dann schon weniger "trivial", weil mein natürliches Arbeitsgedächtnis Inhalte für maximal 20 Minuten speichert. Was bis dahin nicht memoriert ist, verschwindet (rückstandsfrei) aus meinem Gehirn, während ich vielleicht denke: interessanter Vortrag!

Noch ein Beispiel: Wenn ich im Straßenverkehr unterwegs bin, wandle ich im Vorbeifahren die Nummern der entgegen kommenden Autoschilder in Bilder (einer meiner Hunderterlisten) um. Auch das ist elementares Training, für das ich keine besondere Übungszeit brauche. Ich integriere es in meinen Alltag und den Inhalt bestimmt der Zufall und ich weiß: Vor den Flicflac haben die Götter den Purzelbaum gestellt. Aber auch der Purzelbaum kann Spaß machen.

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David Loye


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 20:10 
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2. Anmeldung aus meiner AG für die Süddeutschen Meisterschaften! :D :D
Mal schauen, wie viele sich noch trauen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit einer Schul-AG
BeitragVerfasst: Do 22. Mär 2012, 18:46 
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