Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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 Betreff des Beitrags: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2015, 16:29 
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Hallo erstmal,
ich bin relativ neu in diesem Forum und habe eine Frage bezüglich des Themas' "Dinge dauerhaft merken".Ich habe mich mal erkundigt über dieses Thema und bin auf eine Aussage gestoßen die behauptet, man vergesse nie etwas man würde es nur in eine Art Ordner ablegen an den man nicht mehr so leicht rankommt außer durch eine tiefe Hypnose die man nicht selber durführen könnte.
Meine Frage ist nun :"Kann mir jemand aus dem Forum evtl. Tipps geben wie man sich Dinge merkt ohne sie in diese versteckten Ordner abzulegen ?" :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Fr 23. Okt 2015, 20:22 
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Hallo,
die Aussage hat in dem Sinne recht, dass eigentlich nichts weggeworfen wird und alles abgespeichert wird, das Gehirn könnte gar nicht anders. Manche Savants (Inselbegabte) zum Beispiel mit starkem autobiographischen Gedächtnis (manchmal ist dies das Hyperthymestisches Syndrom). Das einzige, was problematisch ist, ist der Zugriff darauf. Hypnose kann manchmal dahin kommen, solche Inhalte aufzurufen, aber ansonsten handelt das Gehirn sehr effektiv und lässt es dich vergessen. Wieso sollte man auch wissen, welche Farbe das T-Shirt des Verkäufers von vor 10 Jahren beim Kiosk an der Ecke hatte? Das Problem ist, dass auch vieles von den wichtigen Sachen dahin gerät. Und zwar dann, wenn es nicht wiederholt wird. Dann denkt sich das Gehirn, das wird nicht mehr benötigt, also wech damit. Man kann keine Technik anwenden, die auf wundersame Weise solche Erinnerungen wieder hervorholt. Man muss einfach nur mehr Lernen, vor allem effektiv lernen durch Mnemotechniken (derer du hier im Forum viele findest und auch genügend Bücher dazu) und dann in regelmäßigen Abständen wiederholen. Ein Geheimrezept gibt es eigentlich nicht, es braucht nur Disziplin.

_________________
Saor d'intinn.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Sa 24. Okt 2015, 18:37 
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Foren-Neuling

Registriert: Fr 23. Okt 2015, 16:05
Beiträge: 3
Ok. Ja also ich habe mir bereits vor einiger Zeit einen Gedächtnispalast "angelegt" und frage mich ob ich vllt zu sehr ins Detail gegange bin.Geht das überhaupt ? :(


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: So 25. Okt 2015, 14:32 
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Ans sich nicht, desto detaillierter und einprägsamer es ist, umso leichter lässt es sich behalten. Ich würde nur nicht immer den Gedächtnispalast komplett ausbauen, wenn noch keine Inhalte eingebaut werden, das geht meistens weniger gut. Der Palast muss mit den Inhalten wachsen und besteht zu einem großen Teile aus diesen. Wenn du den schon vorher ausarchitektierst, dann ist es schwieriger, weil du wieder Räume, Gänge, Orte etc. umändern musst, weil der Inhalt das erfordert. Eine ganz allgemeine Architektur am Anfang ist wichtig, aber die genaue Ausgestaltung sollte nicht der Inhaltseinpflegung vorausgehen.

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Saor d'intinn.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Mo 26. Okt 2015, 20:10 
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Foren-Neuling

Registriert: Fr 23. Okt 2015, 16:05
Beiträge: 3
Ok danke für den Tipp/die Hilfe.
Haben Sie vllt. ein paar Tipps und Tricks für mich wie ich besser Dinge mit der Loki-Methode abspeichern kann, weil man bei dieser Methode ja keine "Eselsbrücken" hat wie bei der Routen-Methode?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Di 27. Okt 2015, 15:07 
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Du brauchst mich doch nicht siezen. Hier im Forum siezt man sich. ;)
Die Loci-Methode und die Routenmethode sind dasselbe, würde ich sagen. Zumindest wüsste ich ad hoc keinen Unterschied. Bei beiden prägst du dir Lerninhalte anhand von räumlichen Fixpunkten ein, ob dies nun auf einer Route, in einem Raum oder sonst wo, spielt keine Rolle. Eine Route eignet sich vor allem für Inhalte, deren Abfolge auch wichtig ist, wie Zahlenreihen. Außerdem kann man Routen mit fester Abfolge besser wiederholen, wenn man mal unterwegs ist, da die Inhalte besser abrufbar sind.
Bei der Loci-Methode muss man vor allem immer 3 Verknüpfungen schaffen:
1. die Verknüpfung des Ortes - Dies leuchtet ein, hier wird der genaue Punkt auf deiner Route definiert. Zum Beispiel die Haustür auf dem Weg durch die Wohnung, der Mülleimer auf dem Weg zum Kiosk, der Schreibtischstuhl in deinem Zimmer.
2. die Verknüpfung des Inhaltes - Hier wird der zu lernende Inhalt in ein erinnerbares Sinnbild verwandelt. Zum Beispiel eine Vokabel kann nach der Schlüsselwortmethode memoriert werden, eine Zahl durch die Major-Methode in Bilder gewandelt werden oder sonst was. Wichtig ist hierbei die Bildlichkeit des Bildes, desto detailreicher und mit mehr Sinnesmodalitäten verarbeitet, umso einprägsamer ist es auch. Bei dieser Verknüpfung ist es wichtig, das zwischen Inhalt und mnemotischen Bild eine Verbindung besteht, die beidseitig funktioniert (zumindest wichtig in den meisten Fällen) und die erinnerbar ist, will heißen, dass du ein Bild wählst, bei dem du eindeutig auf den jeweiligen Inhalt kommst und andersherum.
3. die Verknüpfung von Inhalt und Ort - Und im dritten Schritt bildet man dann eine Verknüpfung zwischen dem in 2. gewählten mnemotischen Bild für den Inhalt mit dem in 1. gewählten Punkt im Raum. Auch hier ist die Erinnerbarkeit und die Wechselseitigkeit wichtig. Das Zeichen funktioniert am besten, wenn es von beiden Seiten aus lesbar ist (ich also vom Inhalt aus auf die Position im Raum zugreifen will oder von der Position im Raum aus auf den Inhalt). Hier ergeben sich dann oft kleine Mini-Geschichten. Willst du dir bei dem Schreibtischstuhl die Zahl 19 mit der Major-Methode, zum Beispiel "Dieb", merken, dann stellst du dir vor, wie auf dem Schreibtischstuhl ein Dieb sitzt (du kannst es ausschmücken, indem du dir vorstellst, dass er seine geklauten Sachen noch bei sich hat, ganz dreckig aussieht, zerfranste Klamotten trägt etc. All dies macht es einprägsamer und so leichter erinnerbar).

So, das ist die zugrundeliegende Typologie bei mnemotischen Bildern mit der Loci-Methode. Die Loci-Methode ist also vor allem eine Methode, wie man Dinge anordnen kann, um sie in einer Anordnung abzuspeichern. Auch andere Sinnzusammenhänge lassen sich damit kodieren. Viele andere Methoden wie die Schlüsselwortmethode, das Major-System etc. beziehen sich dann vor allem auf Punkt 2. - wie die Inhaltsseite in erinnerbare Bilder kodiert werden kann, damit sie einprägsamer sind als der abstrakte Inhalt.

Welche Art von Informationen willst du denn gerne abspeichern? Dann kann man deine Frage vielleicht besser beantworten.
Viele Grüße,
Kevin

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Saor d'intinn.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Di 17. Nov 2015, 10:50 
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Registriert: Fr 08. Mai 2015, 13:15
Beiträge: 19
Also dass mit der Hypnose habe ich noch nicht so richtig gehört


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedächtnispalast
BeitragVerfasst: Mo 14. Dez 2015, 10:12 
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Beiträge: 10
Zylbath hat geschrieben:
Du brauchst mich doch nicht siezen. Hier im Forum siezt man sich. ;)
Die Loci-Methode und die Routenmethode sind dasselbe, würde ich sagen. Zumindest wüsste ich ad hoc keinen Unterschied. Bei beiden prägst du dir Lerninhalte anhand von räumlichen Fixpunkten ein, ob dies nun auf einer Route, in einem Raum oder sonst wo, spielt keine Rolle. Eine Route eignet sich vor allem für Inhalte, deren Abfolge auch wichtig ist, wie Zahlenreihen. Außerdem kann man Routen mit fester Abfolge besser wiederholen, wenn man mal unterwegs ist, da die Inhalte besser abrufbar sind.
Bei der Loci-Methode muss man vor allem immer 3 Verknüpfungen schaffen:
1. die Verknüpfung des Ortes - Dies leuchtet ein, hier wird der genaue Punkt auf deiner Route definiert. Zum Beispiel die Haustür auf dem Weg durch die Wohnung, der Mülleimer auf dem Weg zum Kiosk, der Schreibtischstuhl in deinem Zimmer.
2. die Verknüpfung des Inhaltes - Hier wird der zu lernende Inhalt in ein erinnerbares Sinnbild verwandelt. Zum Beispiel eine Vokabel kann nach der Schlüsselwortmethode memoriert werden, eine Zahl durch die Major-Methode in Bilder gewandelt werden oder sonst was. Wichtig ist hierbei die Bildlichkeit des Bildes, desto detailreicher und mit mehr Sinnesmodalitäten verarbeitet, umso einprägsamer ist es auch. Bei dieser Verknüpfung ist es wichtig, das zwischen Inhalt und mnemotischen Bild eine Verbindung besteht, die beidseitig funktioniert (zumindest wichtig in den meisten Fällen) und die erinnerbar ist, will heißen, dass du ein Bild wählst, bei dem du eindeutig auf den jeweiligen Inhalt kommst und andersherum.
3. die Verknüpfung von Inhalt und Ort - Und im dritten Schritt bildet man dann eine Verknüpfung zwischen dem in 2. gewählten mnemotischen Bild für den Inhalt mit dem in 1. gewählten Punkt im Raum. Auch hier ist die Erinnerbarkeit und die Wechselseitigkeit wichtig. Das Zeichen funktioniert am besten, wenn es von beiden Seiten aus lesbar ist (ich also vom Inhalt aus auf die Position im Raum zugreifen will oder von der Position im Raum aus auf den Inhalt). Hier ergeben sich dann oft kleine Mini-Geschichten. Willst du dir bei dem Schreibtischstuhl die Zahl 19 mit der Major-Methode, zum Beispiel "Dieb", merken, dann stellst du dir vor, wie auf dem Schreibtischstuhl ein Dieb sitzt (du kannst es ausschmücken, indem du dir vorstellst, dass er seine geklauten Sachen noch bei sich hat, ganz dreckig aussieht, zerfranste Klamotten trägt etc. All dies macht es einprägsamer und so leichter erinnerbar).

So, das ist die zugrundeliegende Typologie bei mnemotischen Bildern mit der Loci-Methode. Die Loci-Methode ist also vor allem eine Methode, wie man Dinge anordnen kann, um sie in einer Anordnung abzuspeichern. Auch andere Sinnzusammenhänge lassen sich damit kodieren. Viele andere Methoden wie die Schlüsselwortmethode, das Major-System etc. beziehen sich dann vor allem auf Punkt 2. - wie die Inhaltsseite in erinnerbare Bilder kodiert werden kann, damit sie einprägsamer sind als der abstrakte Inhalt.

Welche Art von Informationen willst du denn gerne abspeichern? Dann kann man deine Frage vielleicht besser beantworten.
Viele Grüße,
Kevin


Hallo zusammen,
ich hätte nochmal eine Frage dazu. Wie ich bereits in einem anderen Thread geschrieben habe, hat mein Vater derzeit Probleme sich an bestimmte Dinge aus seiner Vergangenheit zu erinnern. Also bei ihm geht es weniger darum, sich Zahlen oder Vokabeln über eine bestimmte Route zu merken. Er hat eher lückenhafte Erinnerungen an private Vorfälle und berufliche Projekte.
Meine Frage an dich/euch: Wenn jemand schon Probleme hat, die Verknüpfung zwischen den Orten in der Realität und seinen Erinnerungen zu finden, wie müsste man das dann am besten machen mit dem Gedächtnispalast oder der Loci-Methode?

Also ich sag mal, wenn da einfach schon grundsätzlich was im Gehirn nicht stimmt, bringt sowas wie die Loci-Methode dann überhaupt was?
Die Ärzte haben nur allgemein von Gedächtnistraining gesprochen, aber durch Vokabellernen oder Kreuzworträtsel lesen wird die Erinnerung an Privates ja nicht besser, oder?

Ich als Laie könnte mir eher vorstellen, dass man die Erinnerung eher über eine Art "mindmap" stützen könnte, also mit Bildern, die Assoziationsreize geben und als Situationsauslöser funktionieren.
Eventuell könnte man ja bestimmte Fotos mit Erinnerungsstichwörtern versehen, damit er das so verknüpfen kann?

Mein Vater ist auch eher ein technischer/rationaler Mensch, vielleicht habt ihr ja auch noch eine Idee?

Wäre sehr dankbar, wenn mir jemand noch einen Rat geben könnte!!

VG, Simon


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