Brainboard - Gedächtnis, Lernen, Mnemotechnik

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 Betreff des Beitrags: Was ist langfristig möglich?
BeitragVerfasst: Fr 22. Sep 2006, 19:21 
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Superbrain

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Gab ja schon mal so was ähnliches...ist aber schon lange her...

Was denkt ihr, ist langfristig in etwa möglich?

Wie stark werden sich die Gedächtnisrekorde noch steigern?

Tippt einfach mal ins Blaue...

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BeitragVerfasst: So 24. Sep 2006, 19:34 
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Superbrain

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http://www.frontreporter.de/phpbb/viewtopic.php?t=377

Da hat sich ja einiges getan.

Meine Tipps für WM 2008 (also ca. 2 Jahre):

Poem - 400 (wenn auch abgeschafft :wink: )

Binary Digits 30min - 4000, ich denke Ben ist schon nah am Limit

One Hour Cards - 32 Decks (wobei das eher Auserwählten vorbehalten sein wird...)

Names&Faces: 210

speed numbers - 360

Historic dates - 120 locker

One Hour numbers - 2100

Words - 250

Spoken - 250 (wäre aber schon der Hammer...)

Speed Cards - <30 Sek. (gibt ja genügend, die es im Training schaffen...)

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BeitragVerfasst: Mo 25. Sep 2006, 0:01 
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Superbrain

Registriert: Mo 04. Apr 2005, 14:36
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Zitat:
Poem - 400 (wenn auch abgeschafft Wink )


Nein.

Zitat:
Binary Digits 30min - 4000, ich denke Ben ist schon nah am Limit


Ja, das ist möglich.

Zitat:
One Hour Cards - 32 Decks (wobei das eher Auserwählten vorbehalten sein wird...)


Auch möglich.

Zitat:
Names&Faces: 210


Ja :)

Zitat:
speed numbers - 360


Kann fallen, wird es aber glaube ich nicht: 300 ist immer noch eine Schwelle.

Zitat:
Historic dates - 120 locker


120 halte ich für sehr unwahrscheinlich, und locker schon gar nicht.

Zitat:
One Hour numbers - 2100


Möglich.

Zitat:
Words - 250


Hat Boris bestimmt schon im Training geschafft, Words ist aber immer sehr unwägbar. Eher 230.

Zitat:
Spoken - 250 (wäre aber schon der Hammer...)


Clemens' Abstand ist da ja wirklich sehr bemerkenswert, ein Sprung von ca. 190 auf 250 wird aber wohl nicht passieren. Eher 210.

Zitat:
Speed Cards - <30 Sek. (gibt ja genügend, die es im Training schaffen...)


Training und Wettkampf sind immer zwei Dinge. Ben schafft im Training bestimmt auch über 400 bei den Speed Numbers, aber wohl nicht öfter als 1 aus 10 (Oder 1 aus 5).
Es schon einmal irgendwann geschafft zu haben ist selten übertragbar, einige Kartenanordnungen scheinen angenehmer zu merken zu sein als andere.
Übrigens: Wer schafft es denn alles im Training?

Ich denke, daß gerade dieser Rekord noch bis 2010 bestehen bleiben wird.

Und zu Abstract Images:
Es wäre wohl nicht zuviel verlangt, wenn uns da einmal eine Trainingsmöglichkeit gegeben würde :).

Einen schönen Abend allen,

Simon


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BeitragVerfasst: Mo 25. Sep 2006, 10:20 
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Speed Cards soll erst 2010 wieder verbessert werden?
Das wage ich zu bestreiten!

Ich presch mal vor und sage, dass am 05. November in Stuttgart der SpeedCards Rekord bereits wieder unterboten wird. 8)
Und wenn die Wörter bei der WM so leicht bleiben wie die letzten beiden Jahre, wird auch 250 sehr bald erreicht.


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BeitragVerfasst: Mo 25. Sep 2006, 11:27 
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Superbrain

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Mißverständlich formuliert von mir:

Bis 2010 nicht unter 30 s.


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BeitragVerfasst: Mo 25. Sep 2006, 12:29 
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Pat hat geschrieben:
Mißverständlich formuliert von mir:

Bis 2010 nicht unter 30 s.

Achso! Ok, ich würde auch da dagegenhalten ;)


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BeitragVerfasst: Mo 25. Sep 2006, 22:21 
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Stammgast

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Wenn ich bevor 2010 unter 30 s nicht getan hätte, wäre ich SEHR enttäuscht! Höffentlich werde ich es in Stuttgart machen :)

Meine Tipps für WM 2008:

Binary Digits 30min - 4500, vielleicht mehr

One Hour Cards - 32 Decks

Names&Faces: 200

speed numbers - 400

Historic dates - 100, vielleicht 110, aber ich halte 120 für unmöglich.

One Hour numbers - 2400

Words - 250

Spoken - 250

Speed Cards - 28s


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BeitragVerfasst: So 01. Okt 2006, 14:46 
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Superbrain

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Hallo Ben,
darf man dich nach deinen Trainingsergebnissen fragen?

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BeitragVerfasst: Do 09. Aug 2007, 18:00 
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Superbrain

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So, neue Schätzungen, angepaßt an die jetzige Lage:

Die erste Zahl sind die Schätzungen für die kommende WM,
die zweite Zahl eine Schätzung bezüglich des ungefähr maximal Möglichen (Für den Fall, daß der Gedächtnissport ein Massensport wäre, sich ähnliche außergewöhnliche, genieähnliche Talente wie in anderen Sportarten zeigen würden, diese Personen den Sport auch noch professionell und intensiv betreiben würden, potentiell noch effektivere, aber auch wesentlich zeitaufwendigere Systeme besäßen und zudem ihren optimalen Tag hätten):

30 Minuten Binärziffern: 4100 (6000)

60 Minuten Zahlen: 2100 (3500)

60 Minuten Karten: 30 Decks (1560) (45 Decks)

15 Minuten Wörter: 247 (550)

15 Minuten Abstract Images: 250 (750)

15 Minuten Namen und Gesichter: 190 (300)

Gesprochene Zahlen: 240 (500)

Jahreszahlen: 110 (150) Ben hat übrigens recht: Solange es nur 110 Jahreszahlen gibt, erscheint 120 noch recht unmöglich :) )

5 Minuten Zahlen: 414 (600)

Karten schnell: 25,90 s (19,5 s)



Viele Grüße,

Simon


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 15:41 
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Wie kommst du auf das maximal mögliche?
Einfach geraten?

Und dass es bei der jetzigen WM 10 Weltrekorde gibt ist wohl auch eher ausgeschlossen ;)


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 19:10 
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Superbrain

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Falls sich das Klima nicht zu sehr auswirkt, denke ich, daß es bei der WM folgende Weltrekorde geben wird:

Binärziffern: Ben mit ungefähr 4000 (3950-4050)
Karten 1 Stunde: Ben mit ungefähr 29 Decks (1450-1500)
Zahlen 1 Stunde: Ben oder Gunther mit knapp unter 2000 (1970-1990)

Abstract Images: Gunther mit 250
Zahlen 5 Minuten: Ben mit 400 (400-420)
Wörter: Boris mit ungefähr 240 (238-240)
Jahreszahlen: Ben mit ungefähr 100 (98-102)

Das halte ich für durchaus realistisch (gerade bei den Zahlen hat es vor kurzem wieder ein neues Plateau gegeben).

4000 ist für Ben recht normale Trainingsleistung, die 29 Decks auch.
Zahlen 1 Stunde folgere ich aus den Ergebnissen bei Zahlen 30 Minuten und Zahlen 5 Minuten, Abstract Images ist nicht schwer, Wörter schaffst Du auch (Viel Glück!) und Jahreszahlen wird Ben schon erreichen (96 hat er bereits und mit deutschen Jahreszahlen hat er 62 geschafft).

Vielleicht werden es auch weniger, aber es werden nach meiner Meinung mindestens vier auch in obiger Größenordnung sein.

Simon

P.S.: Das maximal Mögliche habe ich geschätzt anhand der stetigen Entwicklung und für jede Disziplin gesondert, nicht schematisch. Es handelt sich dabei nicht um ein fiktives Durchschnittsniveau der oberen ungefähr fünf, dieses sollte jeweils ungefähr 20 % darunter liegen.
Ich will niemandem zu nahe treten, aber wenn ich mir anschaue, auf welchem unvorstellbaren Niveau Schach in der Weltspitze gespielt wird, dann kann ich einfach nicht glauben, daß wir ungefähr 20 Leute zu Ergebnissen in der Lage sein sollen, die von jedem beliebigen Teilnehmer nach jahrelangem Training nicht erheblich verbessert werden sollten. Bei uns zeigen sich ja auch gewisse Stärken und Schwächen in den jeweiligen Disziplinen. Wieso soll der jeweils Beste genau der höchste Ausschlag nach oben sein, bei mehr Personen ergäbe sich auch eine ganz andere Varianzbreite bezüglich der Veranlagung.


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 22:02 
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Na ja. Die Maximalwerte gelten natürlich nur für die Nahe Zukunft, in der wir alle noch mit den jetzigen primitiven Methoden arbeiten, die sich im Prinzip seit Beginn des Memosportes nicht geändert haben. Der ja wiederum auch noch nicht so alt ist. Ich gehe davon aus, dass sich der Kopf wesentlich eindrucksvoller trainieren lässt, als der Körper. Und daher erwarte ich noch viel größere Steigerungen bei den Memosports, als wir das über die Jahrzehnte bei den körperlichen Sportarten beobachten konnten. Wenn man sich im Forum umsieht, erkennt man doch, dass wir sehr weit weg sind von einer Optimierung unseres Hobbies geschweige denn von einer professionellen Optimierung des Memosportes. Es gibt keine Forschung in diesem speziellen Bereich. Niemand der weiß (wie bei den "körperlichen" Sportarten), was der optimale Trainingsablauf ist etc... Wie man zur besten geistigen Verfassung gelangt (abgesehen vom individuellen Aberglauben der Memosportler: Jonglieren, Scheuklappen, Kopfhörer, Meditation,...). Ob unsere Methoden wirklich optimal sind. Das, was bei Speedcards passiert sollte sich meiner Meinung nach auf weitere Disziplinen ausweiten lassen. Nämlich schneller sein zu können, als man sich das bewusst vorstellen kann. 19,5s Speedcards halte ich bei den jetzigen Methoden (jede Karte im wesentlichen einzeln anschauen und abspeichern) auch für ein wahrscheinliches Maximum. Aber hat schon mal jemand versucht, seine Fingerfertigkeit zu trainieren und 3 oder 4 Karten auf einmal für's Auge sichtbar zu machen und in einem Moment abzuspeichern? Dadurch erhöht man die Geschwindigkeit enorm. Ich bekomme zur Zeit beides nicht verlässlich hin, weder das schnellere Blättern, noch die momentane Aufnahme mehrerer Karten. Ich weiß aber, dass es ansatzweise funktioniert und das es daher bestimmt einmal Leute geben wird, die das können. Dann sind selbst die 19,5s Speedcards kein Limit mehr. Die restlichen Vorschläge für Maximalwerte halte ich sowieso für sehr tief gegriffen.


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 22:31 
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OK, fairerweise sollte ich dann wohl auch Werte für Maxima abgeben. Die Maximalwerte orientieren sich allerdings nicht nur an Aufnahmelimits, sondern auch Wiedergabelimits. In 2 Stunden kann ich zum Beispiel 10000 Ziffern aufschreiben (wenn alles perfekt läuft). Meine Vorschläge

30 Minuten Binärziffern: 7000
OK, hier liegt mein Tip doch nicht so viel weiter oben. Man müsste aber die Wiedergabezeit anpassen (war sie in Tuttlingen noch 1h?).

60 Minuten Zahlen: 5000-6000
(Ein Teilnehmer in Tuttlingen hat mir gesagt, dass er schon jetzt viel mehr als 400 Ziffern pro 5Minuten schafft. Daher dieser auf den ersten Blick utopisch anmutende Tip).

Karten schnell: 15 s


Andere Disziplinen kann ich irgendwie schlecht einschätzen.


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 23:08 
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Superbrain

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Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank. Er hat mich dazu angeregt, die Höhe der maximalen Werte noch einmal zu überdenken, obwohl ich ohnehin bei ihrer Erstellung noch einen gewissen Zuschlag hinzugefügt hatte.


Sehen das andere hier auch so, daß meine Schätzungen sehr tief gegriffen sind?

Die Methoden an sich sind natürlich relativ unverändert seit ihren Anfängen, wobei ich keine grundlegenden Verbesserungen zur Effektivierung des Gedächtnissports im Moment erkennen kann.
Natürlich mag es noch gewisse Kniffe geben (Mit einer Möglichkeit, auf Namen und Gesichter die Wegmethode mit vergleichbarer Wirkungskraft wie auf andere Disziplinen anzuwenden, wäre gewiß noch mehr herauszuholen, mehr als 400 wäre aber schon sehr viel.), einen vollkommen grundlegenden Neuansatz erwarte ich aber nicht, weil das Abstraktum eines "Ortes" eben ein Gebiet für eine gewisse Informationsmenge ist und es eine Informationsobergrenze zur gehäuften Speicherung gibt. Man teilt also die Gesamtmenge in kleinere Untermengen auf. Die "Route" ist nichts als die Konkretisierung des abstrakten Ansatzes, daß die Informationsgebiete eine innere Reihungsstruktur haben müssen, da man sonst keine geordnete Wiedererstellung der Gesamtinformation durchführen kann. Vielleicht werden "Informationsgebiet" und "innere Ordnungsstruktur" ja einmal anders interpretiert als auf die momentane sehr konkrete Weise mit Orten auf einem Weg, aber der Ansatz bleibt derselbe.

Zu den Disziplinen an sich:

Bei allen Disziplinen muß man sehen, daß es hier natürliche Grenzen durch die Lesegeschwindigkeit gibt (Speedreader: Bitte ins andere Forum, 'Wortsprünge' gibt es hier nicht. :) ).

Wenn ich versuche, in fünf Minuten möglichst viele Ziffern als Bilder zu lesen, ohne sie Orten zuzuordnen, komme ich im Moment im GT Deluxe auf ca. 1000. Dies ist wohl durchaus auf vielleicht 2000 steigerbar. Wenn man aber bedenkt, daß durch das geistige Erschaffen des Ortes und das Setzen der Bilder auf die Orte noch Zeit verloren geht, dann kommt man ohne Wiederholung wohl höchstens auf ca. 1300 ortzugeordnete Ziffern (Die geistige Kondition läßt hierbei wohl auch eher nach als beim bloßen Lesen.) Wegen der im Gegensatz zu den Binärziffern wesentlich strengeren Bewertung sind Ziffern in einem Durchgang aber nahezu gar nicht sinnvoll (Ich denke nicht, daß sich Boris Aussage aus einem Thread über Trainingsergebnisse, in dem er sagt, daß er sehr selten bei einfachem Durchgehen auch alle Ziffern habe, auf Reichweiten von über 500 erweitern läßt.). Nimmt man also eine Wiederholung, dann ist man bei ca. 650 Ziffern, die einmal wiederholt werden. Da es wegen der Wiederholung noch schwieriger werden dürfte die Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten, kommt man wohl mit 600 recht gut hin. Man kann auch 650 annehmen. Viel mehr (Alles über 700) würde mich erstaunen.

Bezüglich der längeren Disziplinen scheint sich bei den einstündigen Ziffern ein Verhältnis von ungefähr 1:6 zu den kurzen stabilisiert zu haben. Es ist davon auszugehen, daß sich dieses Verhältnis eher nicht verbessern läßt. Man kommt also auf ungefähr 3600 (Vielleicht noch 4000) für die Ziffern.

Bei den fünfminütigen Binärziffern hat Ben ja bereits im Training 960 erreicht, wobei ich aber nicht weiß, ob das mit einer Wiederholung war (Ich denke ja). Falls sich das hier auf 1500 steigern läßt und man den Faktor von 1:4 bis 1:5 bei den Binärziffern ansetzt, dann kommt man auf ca. 6000-7000.

Bei den Abstract Images handelt es sich immerhin um 750 Objekte, die in 900 Sekunden genau erkannt werden müssen, auch mit einem weitaus mächtigeren System, als es im Moment Gunther benutzt, muß auch noch Zeit für die Anwendung des Systems und wohl auch für eine Wiederholung einberechnet werden.

Bei den Historischen Daten werden ab einem gewissen Zeitpunkt Verbesserungen nach oben exponentiell schwieriger. Der Sprung von 96 auf 150 ist also eher mit dem von 20 auf 100 zu vergleichen. Man müßte ja hier für jedes Datum nur zwei Sekunden brauchen und alle korrekt erinnern (Dies ist für 40 Daten, die auf Zeit memoriert werden, noch möglich, die nahezu vierfache Menge sollte aber dann schon das Limit sein).

Bei den Speed Cards gibt es auch den Annäherungsfaktor, vergleichbar mit der Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit: Je näher, desto exponentiell schwieriger wird es. Ich halte den Sprung von 30 s auf 20 s im Wettbewerb vergleichbar mit dem von 60 s auf 30 s im Wettbewerb, und auf diesem "Ersten Weg" befinden sich ja noch fast alle hier.

Ich weiß ja nicht, was Boris dazu meint, aber 500 bei den Wörtern sehe ich als durchaus schwer zu erreichen. Vielleicht war das noch die neidrigste Schätzung, hier sollte man eher an ca. 700 denken, weil es eher als bei den Zahlen möglich sein könnte, ein sehr gutes Ergebnis auch ohne Wiederholung zu erreichen.

So viel dazu, ich denke nicht, daß von dieser 'hypothetischen maximalen Basis' aus in den Disziplinen noch sehr viel Luft nach oben sein dürfte.

Was denkt ihr?

Simon


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BeitragVerfasst: Fr 10. Aug 2007, 23:21 
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Oh. GT Delux. Den kannte ich noch nicht. Habe den Link im Forum gefunden. Danke für den unbeabsichtigten Hinweis!


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BeitragVerfasst: Sa 11. Aug 2007, 9:41 
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Hallo,

Ich sehe es andersrum und finde deine Grenzwerte zu hoch.
Ich stimme dir zu, dass es vermessen wäre, zu behaupten, wir wären schon die Spitze. Wenn ein Auftritt von Gunther bei RTL gereicht hat, um gleich mal fast die Hälfte der Weltrangliste 5 Jahre danach mit Leuten zu besetzen, die das gesehen haben, ist sicher noch viel Potential da.

Um das ganze mal strukturiert zu analysieren:
Allgemein: Die Routenmethode ist seit 2500 (?) Jahren das Mittel der Wahl. Viele sehr intelligente Menschen haben sich in dieser Zeit Gedanken über das Gedächtnis gemacht. Andere Methoden kamen nicht auf. Daher denke ich, dass die Routenmethode bleibt.

Bei Zahlen und Karten haben viele das Level erreicht, dass die Bilder "sofort" da sind. Allerdings unterscheidet sich dieses "sofort" auch sehr: Gunther braucht ca. 40 Sekunden um alle Bilder eines Kartenspiels zu sehen. Clemens oder ich nur 18s. Gunther kann dann aber auch in 40s das Spiel memorieren. Das Route abgehen findet also gleichzeitig statt. Das geht bei mir und allen anderen nicht.

Außerdem kann man Savants betrachten. Diese können sich "einfach so" unglaublich viel merken. Bei Sachen wie Zahlen oder so, ist das Einprägtempo aber nicht besser!! Nur, dass sie es nicht mehr vergessen.

Gucken wir uns die Disziplinen an:

5 Minuten
Ich denke nicht, dass hier eine Wiederholung nötig ist, bei den besten. Gunther wiederholt in 5 Minuten gar nicht, Andi bei den 396 auch nicht. Ben aber schon, wenn er 400 macht. Wenn wir uns jetzt einen "Über-Ben" vorstellen, kann dieser in Bens Tempo durchgehen und weiß hinterher alles. Aber ist das realistisch? Ich denke nicht. In anderen Sportarten gibt es auch Sprinter und Ausdauerspezialisten. Da Ben aber noch mehr als 400 zweimal durchgehen kann, halte ich hier 500 evtl. schon für realistisch. Da kann es jemanden geben, der 500 einmal durchgeht und jemanden, der das zweimal macht. Bei 5 Minuten sind doch beide Ansätze möglich. Aber noch mehr...?

Bei den Binärzahlen kommt es auf das System an. Bei Bens System hat man 10 Binärziffern als ein Bild. Im Gegensatz zum 3er Zahlensystem ist also etwa dreimal soviel möglich. Also etwa 1800 in 5 Minuten.

Bei den Spoken ist bei gleichem Tempo (1s) dann fast beliebig viel möglich. Wer 500 einmal in 300s durchgeht und alle weiß, kann auch 500 in 500s oder 600 in 600s. Das ist dann ja eher langsam. Die Disziplin kommt da dann rasch an ihre Grenzen, weil noch schneller lesen nicht geht.

Bei den Daten gehe ich erstmal von der optimalen Menge aus. Also wer genau 200 schafft, kriegt auch genau 200, damit da Verluste minimiert werden. 200 hieße dann 1,5s pro Bild. Das wären 600 Ziffern in 5 Minuten. Im Vergleich zu oben genannter Grenze also absolut unmöglich, da noch gelesen und verknüpft werden muss. 150 erscheint da schon extrem viel.

Allgemein:
Wenn wir sagen, wir sind etwa auf dem Niveau guter Hobbysportler und die Elite gibt es nicht, dann könnte man unsere Leistungen ja mal mit denen der Sprinter vergleichen - und uns historische Ergebnisse ansehen:
Elite im 100m Lauf: 9,77s.
Gute Hobbysportler: 11s.
1. Olympische Spiele der Moderne 1896 1. Platz: 11,8s
1. offz. Weltrekord 1912: 10,6s.

Wenn jetzt 396 Ziffern in 5min = 11s sind, wäre so etwas wie 445 schon die Bestmarke in 100 Jahren.

Lange Disziplinen:
Die "Faktoren" waren da zuletzt wirklich sehr konstant:
In 30 Minuten schafft man etwa mehr als 3x den 5-Minuten-Rekord. Dies spricht dafür, dass bei 30 Minuten einmal wiederholt werden muss. Das Tempo bleibt dann aber und in 60 Minuten das Doppelte von 30 Minuten zu erreichen, schaffen viele. Also 60 Minuten Zahlen Maximum: 3000.

Das entspräche auch dem Marathon: Gute Hobbysportler 3 Stunden (=2000 Zahlen heute), Weltrekord 2 Stunden (=3000 Zahlen wenn Massensport mit Profis).
Kartenmarathon ohne Wiederholung? Nie! Zeit zum Pakete anheben dauert auch. Aber die Zeit zum Aufschreiben müsste verlängert werden oder PC-Eingabe. Sonst gehen auch 45 nicht.

Bei 30min Binär sieht es wohl etwas besser aus. 5x das 5-Minuten-Ergebnis ist drin. Also sind hier die 7000 eher deshalb realistisch, weil mehr schreiben auch ohne denken nicht geht. Es sei denn, der Umstieg auf PC-Eingabe kommt. Dann sind sogar 9000 drin.

Bei den Speed Cards... Also Bens Leistung ist nun wirklich so viel besser als die jahrelang bestehende Grenze von 30s. Er hat auf einen Schlag den Rekord auf die besten je berichteten Trainingsleistungen gesetzt. Karten habe ich seit dem ich den Gedächtnissport mache, als einziges regelmäßig trainiert. Nach Bens Rekord habe ich öfter mal Zeiten von 24,8s oder so gehabt mit dann 10 Fehlern oder so. Das könnte ja mit viel Glück auch fehlerfrei klappen. Aber auch Ben, Andi, Lukas und Dominic - (nur) von den vier sind Trainingsleistungen unter 30s bekannt - haben das noch nie unterboten. Da auch die schnellsten alle Kartenbilder nicht unter 18s "sehen" können, würde ich da die utopische Bestmarke sehen. Ich denke eher, selbst wenn Gedächtnissport groß rauskäme, 20s werden nicht fallen.

Bei Namen kann ich nur schätzen - 300 finde ich da schon unmöglich.
Bei Wörtern halte ich 550 so eben als langfristig irgendwann möglich.
Images? 750?? NEVER! Es sei denn, dass System bleibt so und man kann
dann wirklich die Grundformen oder Hintergründe kodieren.

Aber lassen wir uns mal überraschen!


Viele Grüße,
Boris


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BeitragVerfasst: Sa 11. Aug 2007, 10:29 
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Hi Boris und Simon

Finde die Diskussion gerade echt spannend. Meine Sichtweise des historischen Kontextes ist allerdings etwas anders. Da spricht vielleicht etwas viel Optimismus, aber ok. Homo sapiens weiß schon seit Anbeginn seiner Existenz, wie er zu gehen hat. Dieser Modus wurde verbessert und heute laufen Menschen 10m/s (und es könnte noch schneller sein, wenn sie dopen dürften, was im übrigen beim Memosport ja nicht ausgeschlossen wird). Meine Theorie ist aber, dass die Menschen so gesehen mit der Routenmethode erst das gehen gelernt haben. Und insbesondere die Routen (natürlich grundsätzlich das Mittel der Wahl) sind aus meiner Sicht verbesserungswürdig. Ich weiß nicht, inwiefern ihr euch mit dem Aufstellen der Routen auseinandersetzt. Routen sind die Drecksarbeit beim Memosport und darüber spricht keiner und niemand möchte sich - so wie ich das sehe - detailliert mit Problemen bei Routen auseinandersetzen. Ich zumindest merke, dass manche Routenabschnitte extrem gut sind, andere wieder nicht. Häufig fällt es mir schwer, genau angeben zu können, warum eine Route nun gut oder schlecht ist. Daher ließen sich wahrscheinlich meine Ergebnisse alleine dadurch erheblich verbessern, dass ich ausschließlich nach einem bestimmten Muster gute Routen erzeuge. Usw...

Ich bin genau so gespannt, was uns da in Zukunft erwartet, und wessen Tips für zukünftige Rekorde am besten liegen!

Gruß
Jan


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BeitragVerfasst: So 12. Aug 2007, 13:42 
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Zu Boris:
Ich antworte dir ein wenig später.

Zu accumbens:
Bezüglich der Routenerstellung habe ich mir auch bereits Gedanken gemacht, weil es aber zumindest bis zur Deutschen Meisterschaft im Vordergrund stand, ein gewisses Kontingent an stabilen und sicheren Wegen zu haben, habe ich das noch nicht darauf angewandt.

Es ist ein wenig wie Bildhauerei oder das Anfertigen eines Holzschnitts:
Man meißelt und kratzt und ätzt, und es verändert sich schrittweise. Bei einer neuen Anordnung von Wegpunkten muß diese auch stabilisiert werden.

Ich persönlich empfinde das Neuerstellen und Anordnen eines Weges als geistig schneller ermüdend als auch längeres Üben mit Bildern auf Wegen.

Ein Hauptprinzip für einen guten Weg ist bestimmt, daß sich jeder Einzelpunkt vom nächsten in sovielen Eigenschaften wie möglich unterscheiden sollte. Dies erfordert aber eine gewisse baumeisterliche Hingabe und ist eher ein Langzeitprojekt.
Für die kurzen Disziplinen werde ich mir aber bald wohl eine solche 'tailor-made' Route zurechtsetzen. Ein bißchen wie beim America's Cup, wenn an den Booten gehobelt und geschliffen wird und neue Designs in Betracht kommen.
Die Grundlagenforschung finde ich im Gedächtnissport beinahe noch interessanter als die Wettbewerbe selbst, weil sie auch über den Gedächtnissport hinaus verallgemeinerbar ist und einen wohl der effektiven Anwendung der Techniken für alltägliche und berufliche Aufgaben (welche es meiner Meinung nach noch nicht gibt) näherbringt.

Simon


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BeitragVerfasst: So 12. Aug 2007, 16:32 
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Hallo Pat

Nach den Weltmeisterschaften werde ich mal versuchen eine Diskussion über Routen anzuzetteln. Dein Vergleich mit dem Meißeln, Kratzen, Ätzen trifft meine jetzige Situation hervorragend. Ist aber echt frustrierend, wenn man immer wieder an zwei, drei RPen von 3000-4000 arbeiten muss, um langsam aber sicher ein Optimum zu finden. Aber es wäre aus meiner Sicht doch enttäuschend, wenn sich nicht wenigstens ein paar für den "Allgemeinen Mentalsportler" zutreffende Regeln finden ließen, nach denen Routen aufzustellen wären. Man sollte vielleicht erstmal die Aufmerksamkeit der Routenplaner auf diverse Details ihrer Routen lenken ("räumliche" Dichte der RPe, Größe eines RPes im Vergleich zu den Personen/Objekten, Route virtuell oder realitätsbezogen...) und Erfahrungen zusammentragen. Aber wie gesagt, hat Zeit bis nach den Meisterschaften.

Bis denne


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BeitragVerfasst: Mi 15. Aug 2018, 13:24 
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Pat hat geschrieben:
So, neue Schätzungen, angepaßt an die jetzige Lage:

Die erste Zahl sind die Schätzungen für die kommende WM,
die zweite Zahl eine Schätzung bezüglich des ungefähr maximal Möglichen (Für den Fall, daß der Gedächtnissport ein Massensport wäre, sich ähnliche außergewöhnliche, genieähnliche Talente wie in anderen Sportarten zeigen würden, diese Personen den Sport auch noch professionell und intensiv betreiben würden, potentiell noch effektivere, aber auch wesentlich zeitaufwendigere Systeme besäßen und zudem ihren optimalen Tag hätten):

30 Minuten Binärziffern: 4100 (6000)

60 Minuten Zahlen: 2100 (3500)

60 Minuten Karten: 30 Decks (1560) (45 Decks)

15 Minuten Wörter: 247 (550)

15 Minuten Abstract Images: 250 (750)

15 Minuten Namen und Gesichter: 190 (300)

Gesprochene Zahlen: 240 (500)

Jahreszahlen: 110 (150) Ben hat übrigens recht: Solange es nur 110 Jahreszahlen gibt, erscheint 120 noch recht unmöglich :) )

5 Minuten Zahlen: 414 (600)

Karten schnell: 25,90 s (19,5 s)



Viele Grüße,

Simon



Elf Jahre später lohnt es sich, hier nochmal drauf zu schauen :-)
Simon, gibts ein Update? :·)


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