Lebhafte und kontrastreiche Bilder: Aber wie?

Hierein gehört alles was die Geschichte und Methoden der Mnemotechnik betrifft. Z.B. Was ist die Geschichtenmethode? Was sind Routen? Des Weiteren geht es auch um die historische Betrachtung und Analyse der Mnemotechnik.


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Helmuth Alexander
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Lebhafte und kontrastreiche Bilder: Aber wie?

Beitrag von Helmuth Alexander »

Hallo zusammen,

dass sich klare, scharfe und lebhafte Bilder leichter wiedererinnern lassen ist schon fast ein Gemeinplatz.

Meine Bilder waren bisher immer etwas unscharf. Teilweise waren sie sogar nebelhaft (z.B. das Bild einer "Menschenschlange"). Ich war mir dessen bisher eigentlich nicht richtig bewusst und war mir auch nicht darüber im klaren, wie ich die Schärfe und Deutlichkeit meiner Vorstellungen verbessern könnte. Beim erneuten Lesen des "GMS Manual" von Kozarenko (s.h. Memotechnologie "Georgana") bin ich dann wieder auf die Erklärungen zur Ortsfrequenz und zur Kantendetektion gestossen. Die Erklärungen haben mir erheblich dabei geholfen, die Schärfe und Deutlichkeit meiner Vorstellungen zu verbessern. Der einfachste Trick besteht für mich darin, nach den Farben in dem Bild zu fragen, um damit möglichst viele Details zu finden: Was ist in dem Bild rot, was gelb, was grün etc.

Wie geht oder ging es Euch mit dem Schaffen von klaren, lebhaften Vorstellungen? Wie schafft Ihr es, deutliche, lebhafte und klare Vorstellungen hinzubekommen (Google/Bilder......)?

Viele Grüße

Helmuth
vodef
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Beitrag von vodef »

Hallo, Helmuth,
ich habe mir die Mühe gemacht, mir für meine erste 100er Garderobe für jeden Begriffe ein gutes Bild (oft über Google Bilder) zu finden.
Ich habe diese nicht oft betrachtet, aber ich habe doch genau dieses Bild vor Augen, wenn ich an meinen Begriff denke.

Auch Routenpunkte habe ich immer klar vor Augen.

Bei der Verknüpfung reicht mir manchmal, wenn das Objekt auf dem RP liegt. Aber nur, wenn das ein "blumiges" Bild ergibt.
z.B:
Objekt =Lama, RP = Pfanne
Ich sehe:
Lama hüpft geschmerzt in der heißen Pfanne, man hört die Hufe schlagen, Pfanne scheppert etwas. Und das Lama spuckt andauerd vor Schmerz und Angst.
Dieses Bild entsteht blitzschnell.

Ansonsten lasse ich oft das Objekt in den RP "eindringen", also Vorstellung einer Zerstöhrung z.B:
Objekt =Lava; RP = Liege
Lava fließt vom Kopfteil angefangen über die ganze Liege. Erst stinkt es furchtbar, dann tropft die Lava durch die Liege und erstarrt darunter.

Ebenfalls blitzschnell und "natürlich" entstanden. Und für mich sehr einprägsam.

Aber ganz verstehe ich Dein Problem eh nicht. Wohl, weil ich in meinen Gedanken eh fast alles visualisiere.
Dingen extra Farben zu geben würde mir nicht einfallen. Allen Objekten hat die Natur ja schon eine Farbe gegeben, diese zu verändern erscheint mir nicht als "natürlich".

Grüße
vodef
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DocTiger
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Beitrag von DocTiger »

Fotos helfen - manchmal. Aber genaugenommen hast du eine bessere Repräsentation von fast allem was du je gesehen hast bereits im Kopf.

Größe: Stell dir den Gegenstand auf einer IMAX Leinwand vor. Bei Knochen hab ich es oft so gemacht, dass ich mir das eine Ende über meinem Blickfeld vorgestellt habe, das andere darunter, und der Rest wurde "unbewußt" gefüllt. Oder die Dinomethode: Stell dir den Gegenstand vor wie die Abbildung eines Dinosauriers in einem Buch. Dann schlüpfe in die Perspektive des kleinen Menschen der als Größenvergleich eingezeichnet ist.

Details: Je größer desto mehr Details. Aber oft verstehst du Details besser, wenn sich der Gegenstand bewegt. Und zwar nicht unbedingt "sinnvolle" Bewegung, sondern einfach eine langsame Drehung zum Beispiel. Oder eine Kamerabewegung. Vielleicht wie ein Werbefilmer einen stillen Gegenstand filmen würde.

Farbe/Textur: Gegenstände haben verschiedene Oberflächen. Letzlich geht es viel um Licht. Denk an stärkeres Sonnenlicht, und wo es sich reflektiert. Dann werden die Farben stärker.
Lerntechnik Praxis: http://bit.ly/8ONmbS
vodef
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Beitrag von vodef »

Die echten Fotos helfen mir ein Objekt zu konkretisieren.
Beispiel:
57 = Lok, Bild einer blauen Spielzeuglok gefunden, diese ist jetzt "meine" Lok. Lokomotiven gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Das ist zu schwammig.
"Meine" ist konkret. Und diese sich mental dann vorzustellen; mit all ihren Eigenschaften, den verschiedenen Blickwinkeln beim räumlichen betrachten, empfinde ich als einfach.

Bei der Verknüpfung mit dem RP, bei dem ich ja Objekte oft in den RP (oder umgedreht) "eindringen" lasse, sind diese Eigenschaften für mich wichtig.
Die Plastiklok verschmohrt, zersplitter, etc auf ihre ganz eigene Art....

Grüße
vodef
Pat
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Beitrag von Pat »

Ich denke, der visuelle Cortex läßt sich mit einer Grafikkarte vergleichen.

Je besser die Karte, desto mehr Informationen können gleichzeitig verarbeitet werden. Ab einer bestimmten Informationsdichte wird das Bild langsam oder unscharf.

Genauso mit dem "geistigen Auge": Ist die Vorstellung zu komplex, wird sie unscharf, weil das Gehirn das Bild nicht mehr erstellen kann.
Dies geschieht bei allen komplexen Geräten (Motoren etc...), schlicht bei allen Bildern, die zu viele Details enthalten.

Das von Hellmuth beschriebene Phänomen ist ein "Trick": Durch die Konzentration auf die farbigen Bereiche wird einfach ein kleinerer Bildausschnitt betrachtet und dieser somit schärfer.
Vollzieht man dies bei allen Teilen eines Gesamtbildes, dann kann das Gehirn
das Bild aus allen Einzelbildern zusammensetzen. Es ist aber immer noch nicht in der Lage, ein neues ebenso komplexes Bild scharf zu sehen. Man umgeht nur die visuellen Grenzen, erweitert sie aber nicht.

Ich habe im Rahmen des Trainings der Gedächtnisdisziplinen die Erfahrung gemacht, das sich mein visuelles Vorstellungsvermögen dabei stark verbesserte. Dies geschah meiner Ansicht nach, weil ich hierbei meinen visuellen Kortex graduell mehr und mehr gefordert habe und auch gewisse Grenzen fühlbar überschritten habe, ohne ihn zu "überlasten".

Seitdem kann ich mir auch komplexere Dinge wesentlich schärfer in ihrer Gesamtheit vorstellen, die Grafikkarte hat sich also sozusagen durch Übung erweitert.

Der eindeutigste Hinweis auf diese Verbesserung ist der, daß es anscheinend beim Vorstellen der Bewegung in einem virtuellen Gebiet (Man geht selbst durch eine erdachte Landschaft) eine "Erlebnisschwelle" gibt. Wo dies früher lediglich recht anstrengend und unscharf war und so auch keine echte Simulation entstand und deswegen auch sehr reizlos war, so ist es jetzt vollkommen entspannt, man kann sich ruhig umsehen und teilweise fasziniert betrachten, was sich da vor einem befindet.

Die Schwelle der Anstrengung ist also überwunden und der Wille wird sozusagen "real-time" umgesetzt. Wenn man dies erlebt, fällt einem plötzlich ein, daß man hier ja ein Haus hinsetzen könnte etc... Dann wird einem klar, daß man hier alles tun kann, neue Wege gestalten, Städte bauen, ganze Welten, und während ihrer Erschaffung sich darin bewegen.

Eine großartige Erfahrung war es, das erste Mal unangestrengt zu fliegen.

Selbst wenn man dem Gedächtsnissport sonst keinerlei Nutzen abgewinne kann, dies war es allemal wert, wobei das Großartige ist, das einmal erworbene Fähigkeiten hier anscheinend nicht mehr atrophieren.

Wachträume sind hiervon nicht mehr weit entfernt (und nach meiner Meinung "einholbar" ["überholbar"?]) und vergleichsweise unnötig schwer zu erreichen.

Simon
Bärline
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Beitrag von Bärline »

Hallo Simon,

ich finde es sehr beeindruckend, in welchem Maße du deine Vorstellungskraft durch das Gedächtnistraining entwickelt hast. Könntest du nicht mal systematische Anleitung geben - vielleicht in einem neuen thread oder evt. ein Buch verfassen.
Was mir nicht so gefällt, ist die Vermischung der verschiedenen Ebenen Bewußtsein und Gehirnprozesse (wenn auch sehr vorsichtig formuliert). Was man beobachtet, wenn man denkt, sind nicht Gehirnprozesse, sondern Bewußtseinsphänomene, so daß man konsequenterweise die Materie vom Geist her erklären sollte und nicht umgekehrt (siehe dazu die Aufsätze von http://www.studienzuranthroposophie.de/ ... nhalt.html )

LG Bärline
Helmuth Alexander
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Beitrag von Helmuth Alexander »

Ich empfinde es ähnlich, wie von Simon beschrieben. Ich lerne täglich 10 neue chinesische Zeichen und muss dabei einfache Bilder miteinander zu einem komplexen Bild verknüpfen. Das Problem dabei ist, dass ich die "Gesamtbilder" nicht einfach so bei z.B. Google finde.

Z.B. das chinesische Zeichen für "Familienname". Es lässt sich zusammensetzen aus den Teilbildern: "Tropfen", "Angelhaken", "Eins", "Angelhaken". Diese Komponenten liegen bei mir im Umkleideraum einer Squashhalle (eine meiner Routen). Für mich ist es mit einigem an Arbeit verbunden, zum einen die Bilder selbst und in Verbindung mit dem Ort zu sehen, sowie eine logische Verknüpfung der Bilder zu finden. Der von mir beschriebene Trick, über die Farben möglichst viele Details im Gesamtbild zu finden, hat mir in den letzten Wochen erheblich dabei geholfen, mir die Bilder zu merken.

Simon, ich glaube (oder hoffe) aber nicht, dass sich mit meinem „Trick“ die visuellen Grenzen nicht erweitern lassen. Ich bin eher der Ansicht, dass es wie beim Autofahren ist: Am Anfang muss man sich auf alle Details konzentrieren, später geht es wie von selbst. Übertragen auf das Visualisieren: Man kann sich jedes komplexe Bild durch die Konzentration auf seine Details erarbeiten, bis man am Ende dieses Prozesses das komplexe Ganze auf einmal erfassen kann. So kann man sich einen visuellen Baustein nach dem anderen erarbeiten.
Ich hoffe, das "Fliegen" stellt sich dann auch noch ein...

Simon, Du hast Dir offensichtlich über diesen Prozess schon Gedanken gemacht. An einer systematischen Anleitung von Dir, ggf. auch auf Hinweise zu "weiterführender Literatur", wäre ich ebenfalls interessiert.

Viele Grüße
Helmuth
Bärline
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Beitrag von Bärline »

Ich möchte hier den an anderer Stelle von Simon angegebenen link als Antwort hereinstellen:
http://www.theosophical.ca/MindAndMemor ... gEW-P1.htm
als pdf:
http://static.scribd.com/docs/c5y76gnf50rud.pdf

Bärline
Helmuth Alexander
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Beitrag von Helmuth Alexander »

Hallo Bärline,

danke für die Antwort auf meine Frage an Simon. Ich hätte den Hinweis auf dieses Buch unter den Buchrezensionen bestimmt nicht glesen.

Nach kurzem Überfliegen habe ich einige Stellen gefunden, die mich zum Weiterlesen schon fast zwingen.

Nochmals vielen Dank

Helmuth
pisco
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Beitrag von pisco »

Bärline hat geschrieben:Ich möchte hier den an anderer Stelle von Simon angegebenen link als Antwort hereinstellen:
http://www.theosophical.ca/MindAndMemor ... gEW-P1.htm
als pdf:
http://static.scribd.com/docs/c5y76gnf50rud.pdf

Bärline
Hey Leute,

also erstmal... ich grab da grad einen GANNNNNNZZZZ alten thread aus, also hoff ich das mir trotzdem wer helfen kann....

Mein Problem:
Diese 2 Links funktionieren nicht mehr, hat vll noch jemand das pdf, oder weiterführende infos zu diesem Thema?

gruss und dank euch schonmal für eure Antwort
Bärline
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Beitrag von Bärline »

pisco
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Beitrag von pisco »

danke^^

grüsse aus Wien
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DocTiger
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Beitrag von DocTiger »

Bei der Gelegenheit dass jemand diesen Thread ausgräbt, wäre es doch praktisch mal zu fragen: Welche Techniken habt ihr erfolgreich angewendet?

Hat noch jemand die "Farbmeditation" ausprobiert? Oder das mit dem IMAX Format?
Lerntechnik Praxis: http://bit.ly/8ONmbS
Oswald
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Re: Lebhafte und kontrastreiche Bilder: Aber wie?

Beitrag von Oswald »

Ich habe bereits mehrmals Reparaturen zu Hause durchgeführt und festgestellt, dass ich das langlebigste Zubehör von dieser Firma bestellen muss holzkasten https://www.laublust.de/holzkisten Diese Jungs wissen genau, welche Produkte für diese Zwecke am besten geeignet sind und haben ein ziemlich großes Sortiment. Außerdem gibt es recht schöne Preise und das kann nur gefallen.
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