Mastercode und Buchstabenhäufigkeit

Hierein gehört alles was die Geschichte und Methoden der Mnemotechnik betrifft. Z.B. Was ist die Geschichtenmethode? Was sind Routen? Des Weiteren geht es auch um die historische Betrachtung und Analyse der Mnemotechnik.


Moderatoren: Hannes, Boris

Antworten
NoVa
Foren-Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Do 22. Sep 2011, 19:31

Mastercode und Buchstabenhäufigkeit

Beitrag von NoVa »

Habe angefangen mit Major kräftig zu üben und habe bereits mit der Geschichtenmethode jeweils 2-3 Duzent stellen von PI und e und markannte sin und ln werte mnemosiert.

Dabei habe ich festgestellt das es in der Deutschen Sprache ziemlich schwierig ist, für bestimmte Zahlen Wörter zu finden; für andere dagegen sehr einfach( z.B. 214).
Und je nach Sprache gibt es da unterschiede.
Obwohl jede Sprache, eine andere Buchstabenhäufigkeit besitzt, haben doch alle den selben Code - das kann doch nicht richtig sein...

Vergleicht man kodierung und Buchstabenhäufigkeit so stellt man eine ungerechtigkeit in der Deutschen Sprache fest.

Ich bin der Meinung, man sollte die Ziffer/Buchstabe-Zuordung ändern und dabei die Buchstabenhäufigkeit in betracht nehmen.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, mann sollte das System(10/100/1000) das man verwendet miteinbeziehen um die Ziffer/Buchstabe-Zuordung zu optimieren.

Die relative Häufigkeit bestimmter Buchstaben ändert sich ja im Kontext...
Sucht man lediglich Substantive und kodiert man lediglich den Anfangsbuchstaben, so ist die Buchstabenverteilung eine andere als wenn man "Zwei-Ziffer-Wörter" oder "Drei-Ziffer-Wörter" bilde.


Hat jemand bereits Forschung zu diesem Thema betrieben?
Wisst ihr wo man Wörterbücher kategorisiert nach Wortart und Sprache finden könnte?


Gruß NoVa
Benutzeravatar
DocTiger
Superbrain
Beiträge: 1663
Registriert: Di 11. Sep 2007, 7:12
Kontaktdaten:

Beitrag von DocTiger »

Nach Buchstaben kodiert eigentlich niemand, die meisten benutzen ein System aus Phonemen, die einem konsonantischen Laut ähneln, also nicht g für eine Ziffer und k für eine andere sondern beide für dieselbe Ziffer, in der Regel 7.

Das Zahlensystem ist gut, und bislang hat sich kein anderes durchgesetzt. Auch scheint das System erheblich weniger wichtig zu sein als die Übung....
NoVa
Foren-Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Do 22. Sep 2011, 19:31

Beitrag von NoVa »

Kannst du ein Beispiel eines solchen Systems geben; ich bin nur mit Major und Dominic vertraut.
Ich weis auch das es beim Major-System man nach dem Laut und nicht nach der Rechtschreibung geht, aber ich glaube wenn die Buchstaben anderst Codiert wären, Deutsch-optimiert, dann könnte man einfacher Wörter zu einer Zahlengruppe finden.
In Anbetracht dessen das man 100/1000er Listen kursieren, ist das kein Zeichen dafür, dass es zu schwer/langsam ist ein Wort on-the-fly zu generieren? - Natürlich stellt sich auch die Frage wie stark man ein solches System optimieren könnte, würde man die entsprechenden Statistiken machen.

Verstehe mich nicht falsch, ich will keinesfalls sagen das Major-System sei schlecht, aber wenn ich mir (1000er-)Wortlisten ansehe, ist es nicht ein Zeichen von Ungleichverteilung von Buchstaben/Ziffern-Codierungen, wenn man zu einer Zahl 100 Wörter findet und zu einer anderen nur 5?

EDIT: mit Buchstaben meine ich Laute
Hansolka
Stammgast
Beiträge: 99
Registriert: Do 25. Mär 2010, 18:58
Wohnort: Magdeburg

Beitrag von Hansolka »

Hat jemand bereits Forschung zu diesem Thema betrieben?
Das wurde wiederholt in diversen Ländern seit der Mitte des 19. Jahrhunderts versucht.

Aber
1. geht es - wie bereits festgestellt - um Laute und
2. Reventlows Version - der das (aus nationalen Ressentiments?) für die deutsche Sprache tat - führte nur zu einer kurzzeitigen Blüte. Lediglich in der Zauberkunst leben abweichende Codes (Astor, Corinda) als Untote weiter. Es sind Buchstabencodes. Sie sind in den Lauten nicht stimmig!

Solche (isolierende) nationale Sonderwege gibt es für Russisch und exotischere Sprachen, interessanterweise aber nicht für Polnisch. Sie bewirken IMHO, dass man im eigenem Saft schmort.

Auch der Einbau von vokalischen Lauten wurde bereits versucht (Voigt, Esels Welt, S.172).
=================
Enzyklopädie der Wochentagsberechnung * Melencolia I - Magic Squares for the Mental Entertainer * Smart Methods for 4x4, 5x5 and 6x6 Magic Squares * 172 A4-pages * version 3.40
malzwei
Foren-Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Di 11. Okt 2011, 16:13

Beitrag von malzwei »

Hallo,

ich habe diesen Beitrag über Google gefunden. Weil mich das Thema doch sehr interessiert, gebe ich hiermit meinen Senf dazu :-).

Seit langer Zeit möchte ich für mich ein System aufbauen, und dieses bis zu vier Stellen ausbauen (eventuell nach und nach, je nach Bedarf). Das von NoVa angesprochene Problem hat mich bisher davon abgehalten.

Kurz zur Theorie (und ein paar Gedanken zu den Punkten, die Hansolka gebracht hat):

Es ist für einige Zahlenkombinationen sehr schwer, vernünftige Wörter zu finden. Wichtig ist hierbei auch, dass jeder Anwender in der Lage sein sollte, für fast jede Zahl ein Wort auszuwählen, dass seinem/ihrem persönlichen Charakter, Wortschatz und Kultur entspricht. In einem Beispiel habe ich für die Zahl 381 das Wort "Mufti" gehört. Das mag theoretisch korrekt sein, aber weil ich mit dem Wort selbst wenig anfangen kann, kommt es für mein System nicht in Frage.

Besonders die Zahl 3 ("m") macht in der deutschen Sprache hier Probleme. Laut Wikipedia hat das "m" einen Sprachanteil von 2,53%, die Zahl 3 hat jedoch (rein rechnerisch, also Benford mal außer Acht gelassen) einen Anteil von 10%. Hier ist eine starke Diskrepanz, selbst wenn man die Vokale rausrechnet! Zum Vergleich: Das "n" hat einen Anteil von 9,78%, das "r" von 7% und das "t" von 6,15%. Und zu dem "t" müsste man das "d" sogar noch hinzuaddieren, da beide für die 1 stehen. Zusammen haben beide einen Anteil von über 11%! Entsprechend mau sieht es dann an Wörtern für die 3-erkombinationen aus: Der Wortgenerator von David Pricking gibt als einziges 333-er Wort "Maimama" (was ist das bitte???) aus, für 3333 findet er kein einziges.

Hansolka: Dass es um Laute geht, und nicht um einzelne Buchstaben, erschwert natürlich statistische Untersuchungen zu dem Thema. Kennst du Datenbanken/Tools, die den deutschen Sprachschatz dennoch verwertbar darstellen, also Informationen mitliefern wie um welchen Worttyp (Subjekt, Subjekt in Mehrzahl, Verb...) es sich bei einem Wort handelt, und vor allem, wie es ausgesprochen wird?
Zu Reventlows Version habe ich spontan nichts gefunden. Hast du Links/Verweise?
Dass ein solcher Sonderweg isolierende Wirkung hätte stört mich nicht, schließlich soll das System für mich persönlich ideal sein. Insofern schmore ich auch gerne im "eigenen Saft", in meinem Umfeld wäre das in dieser Hinsicht sowieso der Fall.

Ich hätte gerne ein Major-System, dass Konsonanten als Stellvertreter für Zahlen entsprechend des Anteils an der deutschen Sprache wählt. Die (leichte) Erlernbarkeit tritt hierbei für mich in den Hintergrund, schließlich müssen die Zuordnungen auch nur einmal gelernt werden. Idealerweise würden noch andere Gesetzmäßigkeiten mit einbezogen werden, z.B. wären Laute, die sehr häufig den Wortanfang bilden (oder direkt nach einem einleitenden Vokal stehen) besser geeignet, um Zahlen abzubilden, die ebenfalls (nach Benford) häufig an erster Stelle kommen. Möglicherweise ist die Zuordnung von "d" und "t" auf 1 schon ziemlich ideal (die 1 kommt sehr häufig vor, auch und gerade am Anfang einer Zahl), und auch das "n" könnte eventuell als häufigster Konsonant weiter die 2 repräsentieren. Aber die Zuordnung von "m" auf 3 sollte sich ändern, oder zumindest um einen weiteren Laut ergänzt werden.

Also: Lange Rede, kurzer Sinn. Kennt jemand Datenbanken, die eine solche Auswertung möglich machen würden (also Aussprache und Worttyp enthalten), oder hat jemand sogar Verweise auf bereits durchgeführte Untersuchungen?
Hansolka
Stammgast
Beiträge: 99
Registriert: Do 25. Mär 2010, 18:58
Wohnort: Magdeburg

Beitrag von Hansolka »

Bitte mal >>>"Carl Otto" +Mnemotechnik<<< in Google Books googeln:

Man findet
Carl Otto "Praktisches Lehrbuch der Mnemotechnik oder Gedächtnisskunst"

Das kann man im pdf-Format herunterladen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Otto_gen._Reventlow
=================
Enzyklopädie der Wochentagsberechnung * Melencolia I - Magic Squares for the Mental Entertainer * Smart Methods for 4x4, 5x5 and 6x6 Magic Squares * 172 A4-pages * version 3.40
malzwei
Foren-Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Di 11. Okt 2011, 16:13

Beitrag von malzwei »

Cooles Buch :-) sehr sympathisch, danke.

Die Zuordnung von Reventlow wirkt auf den ersten Blick allerdings wesendlich schlechter als das heutige Major-System. Zusätzlich zum "n" noch das "v" als Repräsentant der 2, "v" und "f" getrennt... Auch nach Gutdünken Artikel vorzustellen oder wegzulassen scheint mir doch eher suboptimal.

Mir ist bei der Gelegenheit aufgefallen, dass im Major-System keine Zuweisung für das "h" existiert. Hat das einen bestimmten Grund?
Benutzeravatar
µBx
Superbrain
Beiträge: 186
Registriert: Mo 23. Nov 2009, 22:10
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Beitrag von µBx »

Ansonsten kann ich nur empfehlen sich evtl. sein eigenes System zusammen zu basteln allerdings sollte man da schon einige Vorkenntnisse mitbringen (siehe Mnemonology) damit man dabei quasi keine Fehler begeht. Ich finde eh dass das Buch Mnemonology ein toller anreiz ist für unsere erfahrenen User mal eigene Mnemotechniken zu entwickeln da ich mir ehrlich gesagt sicher bin dass man diverse Aspekte der Mnemotechniken noch ausbauen und/oder perfektionieren kann.
Grenzen existieren nur in unserem Kopf.
malzwei
Foren-Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Di 11. Okt 2011, 16:13

Beitrag von malzwei »

Hm, ganz schön teuer das Buch... Wenn auch sicher interessant.

Eventuell könnte es sinnvoll sein, Kenntnisse innerhalb dieses Forums zu teilen und da zusammen zu arbeiten. Allerdings muss ich sagen, auch wenn mittelfristig ein eigenes System angedacht war, im Moment hab ich da keinen Raum für.

Ansonsten hab ich mittlerweile ein Wörterbuch gefunden, dass die nötigen Ansprüche erfüllt: Das Wiktionary :-). Man kann es als XML-Dump runterladen, und es enthält sowohl Worttyp als auch Phonetische Aussprache! Man müsste es nur einmal durchparsen, um die relevanten Informationen rauszuziehen und in ner Datenbank abzulegen, dann könnte man nach belieben damit experimentieren.

Keine Ahnung wann bzw. ob ich dazu komme, im Moment hab ich wie gesagt keine Zeit dafür. Wenn jemand noch bessere Alternativen weiß, nur her damit!

Edit: Url-Format
Antworten